Alfa-Romeo G1
Klassiker

Der erste Alfa Romeo – wieder aufgetaucht!

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Der älteste noch existierende Alfa Romeo von 1921 blickt auf eine faszinierende Vita im fernen Australien zurück. In einem Schuppen irgendwo im Outback abgestellt, blieb er 25 Jahre lang unentdeckt. Heute erstrahlt er in zweisitziger Tipo CorsaKarosserie in altem Glanz und schafft wie damals fast 140 km/h Spitze.

Noch ein Jahr – dann wird er runde 100 Jahre alt. Man darf diesen Alfa Romeo G1 aber auch jetzt schon als das Ur-Meter der Marke bezeichnen und feiern. Okay, die Anonima Lombarda Fabbrica Automobili (A.L.F.A.) wurde zwar schon 1910 von einem Konsortium aus Mailänder Geschäftsleuten gegründet, und da gab es ja auch noch die schon 1906 als Italien-Dependance von Darracq errichtete Fabrik in Portello. Doch alle zunächst gebauten Autos waren entweder Modelle nach Darraq-Lizenz oder trugen die Bezeichnung A.L.F.A. 1915 übernahm dann der neapolitanische Ingenieur und Unternehmer Nicola Romeo die Aktienmehrheit und stellte die Produktion auf Rüstungsprodukte und Flugzeugmotoren um. 1918 erwarb er dann die absolute Mehrheit an A.L.F.A. und nannte die Forma fortan »Società Anonima Italiana Ing. Nicola Romeo«. Zugleich wurde der Markenname durch Zufügen seines Nachnamens in Alfa Romeo geändert.

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1920 nahm Romeo die Automobilproduktion wieder auf, und der G1 war der erste Wagen, der den Markennamen Alfa Romeo (auch ohne Bindestrich!) tragen durfte. Zugleich war er das erste Modell der Mailänder mit Sechszylinder-Motor, ein seitengesteuerter 6,3 Liter (Bohrung 98 mm, Hub 1540 mm), 4,6:1 verdichtet und mit 70 PS bei unaufgeregten 2100 U/min gesegnet. Beeindruckender als dieser Wert war jedoch das Drehmoment – immerhin 293 Nm bereits ab 1100 Kurbelwellen-Umdrehungen. Konstrukteur des großen Autos war Giuseppe Merosi, und auch ein gewisser Enzo Ferrari war vor allem beim Motor auch noch irgendwie beteiligt.

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Leider traf der G1 auf ein von den Folgen des Kriegs noch arg gebeuteltes Land. Benzin war teuer – und der Verbrauch lag dem Vernehmen bei gigantischen 39 Litern/100 km – dazu gab es absurd hohe Steuern auf Luxus-Produkte. Angesichts dessen war der als Konkurrent zu Rolls-Royce, Hispano-Suiza und anderen Luxusmarken gedachte G1 von Beginn an chancenlos. Zumal er auch als Rennwagen wenig taugte, es blieb bei einem einzigen (Klassen)sieg bei der eher unbedeutenden Coppa del Garda. Nicht umsonst waren nur zwei Modelle zu zweisitzigen Tipo Corsa-Typen umgebaut worden; das Gros waren Torpedos und Limousinen, mit Karosserien von Schieppati. Auf zeitgenössischen Werbemotive sieht man sogar ein Modell mit einem nur im hinteren Teil überdachten Aufbau. Der Chauffeur saß bei Regen im Nassen.

Kurz gesagt: In Italien war der G1 so unverkäuflich, sodass Alfa Romeo die gesamte Serienproduktion von 52 Exemplaren ins weit entfernte Australien verschiffte.

Text Thomas Imhof  Fotos RM Sothebys

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OCTANE Edition #05 Alfa Romeo

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