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Alfa Romeo Tipo 33/2 – Rennkart mit Ausdauer

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Mit dem Tipo 33/2 kehrte Alfa Romeo 1967 in den Motorsport zurück. Langstreckenrennfahrer Sam Hancock ist einem spannenden Widerspruch auf den Grund gegangen.

Fragt man heute die jüngere Generation nach der berühmtesten Automobilmarke, bekommt man wohl zu Recht überwiegend Ferrari zu hören. Aber es gab auch andere Zeiten. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielte Alfa Romeo die Botschafterrolle für die Leistungsfähigkeit der italienischen Automobilindustrie – mit Rennerfolgen, die bei den Konkurrenten großen Neid auslösten. Außer vielleicht bei Mercedes und deren Silberpfeilen.

#23, Alfa Romeo, Tipo 33/2, Langstrecken-Rennwagen, Carlo Chiti
Alfas V8 hatte zwei Liter Hubraum und konnte daher in der Klasse gegen Porsche antreten – die 270 PS sind ein anständiger Wert für einen Saugmotor in den 60er-Jahren.

Der P2, der Tipo B, der 8C 2300 und die Alfetta-Grand-Prix-Wagen trugen alle ihren Teil dazu bei, den Trophäenschrank in Mailand zu füllen. Um so größer war der Schock in der Szene, als die Marke sich 1953 vom Rennsport verabschiedete. Ihre Rückkehr 14 Jahre später in die hochkarätige internationale Sportwagenwelt löste eine Begeisterung aus, die vergleichbar ist mit Porsches Rückkehr in die LMP1-Serie in jüngerer Vergangenheit.

Mit dem Prototyp Tipo 33/2 präsentierte Alfa im März 1967 seinen ersten Rennwagen seit dem Disco Volante von 1953. Dessen Vorgänger war kein geringerer als der Grand-Prix-Wagen Tipo 159, mit dem Juan Manuel Fangio seinen ersten WM-Titel holte. Die Tatsache, dass der Tipo 33 zugleich die Basis für den unglaublich schönen, in begrenzter Auflage produzierten Stradale bot, ließ ihn in noch größerem Glanz erstrahlen..

Der Tipo 33/2 wurde angetrieben von einem hochdrehenden Zweiliter-V8 und an dem Potenzial des neuen Rennprogramms gab es bei Alfa nie Zweifel. Vorgabe? Porsche die Meisterschaft in der Zweiliter-Klasse abnehmen und den Motor für die Serienproduktion weiterentwickeln. Diese Aufgabe wurde Motorsportlegende Carlo Chiti übertragen.

Der rundliche italienische Rennwagendesigner war der Architekt von Alfas früherem Motorsporterfolg gewesen. Nach einer sehr erfolgreichen Phase bei Ferrari, wo er Phil Hill in seinem 156 zum WM-Titel begleitet hatte, kehrte er zur Mailänder Marke zurück. Dort arbeitete er als Chef von Alfas Motorsportabteilung, Autodelta, gemeinsam mit den Designern Orazio Satta Puliga und Giuseppe Busso an der Entwicklung eines radikalen, aerodynamisch geformten Chassis, das zum Ruhm des Tipo entscheidend beitragen sollte.

Ein gewaltiges und eigenartig asymmetrisches »H« aus drei riesigen Aluminiumrohren bildet das Skelett des Autos. Mit einem Durchmesser von 20 cm und einer Länge von 152 cm verlaufen die beiden seitlichen Rohre unterhalb der Türen, das kürzere Querrohr ist hinter den Sitzen direkt vor dem Mittelmotor angenietet. Alle Rohre waren von innen gummiert und dienten als zusätzliche Tanks.

Massiv wie ein Sockelbalken ragt das linke Rohr ins Cockpit, was den Fahrersitz weiter in die Mitte rückt. Das rechte Rohr sitzt exakt spiegelverkehrt auf der anderen Seite. In dem Raum dazwischen präsentiert sich ein luftiges Cockpit, das dem Fahrer ausreichend Platz bietet, in der Höhe allerdings begrenzt durch ein lächerlich niedriges Dach. Tatsächlich begeisterte das extrem flache Chassis eine ganze Reihe von Autodesignern, sodass sie es als Basis für einige der aufregendsten Entwürfe der Automobilgeschichte benutzten. Pininfarinas Prototyp 33 Speciale, Giugiaros Iguana und Bertones Carabo – sie alle haben das AR75033-Chassis.

 

Text Sam Hancock  // Fotos Paul Harmer

Lesen Sie die ganze Geschichte in OCTANE #23


Octane, #23, Jaguar E-Type, London, Mercedes 300D Cabriolet, MGA, Porsche 356, Alfa Giulietta, Vergleich, Alfa Romeo, Fiat 500, Belvedere

 

Diese Story finden Sie in OCTANE Ausgabe 23

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