#32, Alfa Romeo, Superflow, Rennwagen, Showcar
Klassiker

Alfa Romeo Superflow – Rennwagen und Showcar mit verschiedenen Karosserievarianten

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Die meisten Konzeptstudien sind reine Show. Oft haben sie nicht mal einen Motor unter der Haube. Doch nicht so bei diesem fantastischen Alfa Romeo Tipo 6C 3000 CM. Zwar betört allein schon sein ungewöhnliches Pininfarina-Design, doch geht die Bedeutung des Alfa Romeo Superflow IV weit über sein attraktives Aussehen hinaus.

Ausgehend vom berühmten Disco Volante (Rollende Untertasse) war der Alfa Romeo Superflow (3000 CM, für Competizione Maggiorata) zunächst für eine Karriere im Rennsport vorgesehen. Dazu rüstete ihn Alfa mit einem auf 3495 Kubik vergrößerten Reihensechszylinder, einem Zentralrohrrahmen, vorderer Einzelradaufhängung und hinterer de Dion-Achse aus. Seine aggressiv wirkende Karosserie wurde bei der Carrozzeria Colli gebaut und mit zusätzlichen Lufthutzen, Benzineinfüllstutzen und sichtbaren Nieten »verziert«. Insgesamt wurden sechs 3000 CM aufgebaut, vier Coupés und zwei Spider. Darunter unser Hauptdarsteller auf diesen Bildern. Das Alfa Werksteam nannte für die Mille Miglia von 1953 drei 3000 CM, für Karl Kling, Consalvo Sanesi und Juan-Manuel Fangio. Der Argentinier führte mit Co-Pilot Giulio Sala das Rennen bis Florenz an, ehe er einen Straßenbegrenzungsstein touchierte und sich dabei eine Spurstange beschädigte. Als Folge lenkte nur noch das rechte Vorderrad, was Fangio nicht davon abhielt, hinter dem Ferrari 340 MM von Gianni Marzotto Platz zwei zu retten. Danach wurden die Autos in Le Mans eingesetzt, fielen aber alle aus. Dafür gewann Fangio auf einem 3000 CM Spider das 1953 bei Meran ausgetragene Supercortemaggiore Sportwagenrennen.

#32, Alfa Romeo, Superflow, Rennwagen, Showcar
Der Alfa Romeo Superflow entstand Anfang der 50er-Jahre als Rennwagen und wurde dann zum Showcar umgemünzt. Anders als viele Konzeptstudien war er voll fahrfähig.

Danach wurden die Autos in alle Winde verstreut, eines landete sogar beim argentinischen Diktator Juan Perón. Für Chassis 0128, in Le Mans als Reserveauto dabei, ging das Autoleben jedoch erst los. Nachdem es zunächst Staub im Alfa-Werk angesetzt hatte, wurde es zu Pininfarina verfrachtet, wo ihm eine Karriere als Konzeptstudie und Traumauto bevorstand. Ein Akt in vier Teilen. Die erste Verwandlung stand 1956 auf dem Turiner Salon. Die Superflow I getaufte Studie war weiß und trug in Höhe der Gürtellinie blaue Streifen. Sie hatte dezente Heckflossen, durchsichtige vordere Kotflügelabdeckungen aus Plexiglas, eine Panorama-Windschutzscheibe und einen komplett aus Plexiglas gefertigten Aufbau mit hochklappbaren Dachelementen.

 

Die zweite Interpretation des Themas, Superflow II, folgte nur sechs Monate später auf dem Pariser Salon. Diesmal in Rot mit weißen Streifen, vorderen Kotflügeln aus Stahl und Heckflossen mit Plexiglasaufsätzen. Es dauerte bis zum März 1959, ehe auf dem Genfer Salon der »Spider Super« oder Superflow III erschien. Ganz in Weiß, ohne Panoramascheibe, Dach und Heckflossen nahm er viele Elemente des 1966 folgenden ersten Alfa Spider (»Duetto«) vorweg. Seine letzte Metamorphose machte der 3000 CM dann für Genf 1960 durch als Superflow IV.

Text Robert Coucher  Fotos Charlie Magee  Bearbeitung Thomas Imhof


#32, Porsche 959, Supersportwagen

 

Die ganze Story finden Sie in OCTANE Ausgabe 32

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