#42,McLaren, F1, Restaurierung
Klassiker

Restaurierung eines McLaren F1 – Besser als neu

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Wo lässt man einen McLaren F1 restaurieren? Na, bei McLaren natürlich. Mark Dixon fand heraus, wie diese ganz besondere Rennversion mit Le-Mans-Historie wiederaufgebaut wurde.

Der Lärm ist unbeschreiblich. Während das blassblaue Geschoss am oberen Rand der Steilkurve entlangprescht, die Stupsnase scheinbar auf die kleine Gruppe von Zuschauern hinter den Leitplanken gerichtet, stößt es ein lautes, bedrohliches Dröhnen aus, das gespensterhaft an ein großmotoriges Kampfflugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg erinnert. Als es an uns vorbeischießt, hauen uns die vier Auspufftöpfe das ohrenbetäubende Kreischen eines 6-Liter-V12-Motors mit Le- Mans-Spezifikation um die Ohren, bevor die rapide dahinschwindende Rage vom Heulen des geradverzahnten sequenziellen Getriebes überlagert wird.

#42, McLaren, F1, Restaurierung
Die zur Begutachtung ausgelegte Karosserie des F1 mutet an wie ein übergroßer Modellbausatz

Vorübergehend halb taub, können wir uns gegenseitig nur angrinsen. Für die Männer von McLaren Special Operations ist dieser letzte Funktionstest der Schlusspunkt hinter zwei Jahren harter Restaurierungsarbeit, in denen sie einen F1 GTR »Longtail« in den Zustand, in dem er 1997 die 24 Stunden von Le Mans bestritt, zurückversetzten. Chassis 25R ist der erste F1, der komplett bei McLaren restauriert wurde, und der erste F1, der von McLarens neuem Certification Programme authentifiziert wurde. Dies ist ein ganz besonderer Augenblick – und ein ganz besonderes Auto.

Selbstverständlich ist jeder F1 besonders, aber einige sind eben mehr als besonders. Gordon Murray, der Erschaffer des F1, erinnerte sich in einem Interview mit OCTANE England im Jahr 2007: »Die Prototypen 1995 in Le Mans mit einem Straßenwagen zu besiegen, bleibt eine meiner schönsten Erinnerungen. Dieses Rennen gleich beim ersten Mal zu gewinnen, ist meiner Meinung nach schwieriger, als die Formel- 1-Weltmeisterschaft zweimal nacheinander für sich zu entscheiden.«

Murray beschrieb damit den märchenhaften Sieg von McLaren mit einem Auto, das er bekanntermaßen nicht als Rennwagen konzipiert hatte. Er hatte den F1 absichtlich nur als Straßenwagen entworfen, um ihn nicht einzuschränken. Er wollte kein Auto, das weder Fisch noch Fleisch war. Murray damals weiter: »Was mir nicht bewusst war: Mit meinem Rennfahrer-Background habe ich unbewusst all die guten Rennsportfeatures ins Design integriert … daher mussten wir nicht viel umbauen, als uns zwei sehr resolute Kunden dazu drängten, den Straßenwagen in einen Rennwagen zu verwandeln.« So kam es, dass ein nur geringfügig modifizierter F1 bei McLarens erstem Auftritt in Le Mans den Gesamtsieg holte. Bis heute sind die Briten der einzige Hersteller, dem dieses Kunststück gelang. Hier und heute haben wir es allerdings mit einem F1 GTR »Longtail« zu tun, der 63,5 Zentimeter länger ist als ein regulärer GTR. Die Longtail wurden für die Rennsaison 1997 gebaut, um den trickreichen Konkurrenten Paroli zu bieten, die waschechte Rennwagen einsetzten, die gerade genug Serienproduktion abbekommen hatten, um auch als Straßenwagen für die in jenem Jahr erstmals ausgetragene FIA-GT-Serie zugelassen zu werden.

Lesen Sie die ganze Geschichte in OCTANE #42

Text Mark Dixon, Tim Scott Fotos Patrick Gosling, Tim Scott. Bearbeitung Christel Flexney

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Diese Story finden Sie in OCTANE Ausgabe 42

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