#42, Dodge, Charger, New York, Bullitt, Muscle-Car
Klassiker

Dodge Charger R/T – Mit Bullitt durch den Big Apple

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Wo ließe sich ein Dodge Charger R/T besser in Szene setzen als im düsteren und zugleich eleganten New York? Unser Autor hat alle Register gezogen.

 Ich bin kaum aus der Garage raus und auf den Highway abgebogen, da überkommt mich das Gefühl, dass alle mich anglotzen – ein Eindruck, den ich den ganzen Tag nicht loswerde. Aus dem Augenwinkel erkenne ich einen Harley-Fahrer im Lederoverall. Er öffnet sein Visier, inspiziert mit weit aufgerissenen Augen den Dodge Charger, in dem ich sitze, und schüttelt ungläubig den Kopf. »Mann, was für ein faszinierendes Auto!«, schreit er. »Mag ich.« Obwohl wir beide mit beträchtlichem Speed über den Highway fegen, schaut er immer weiter zu mir rüber. Diese Wirkung hat der Charger auf fast jeden, der ihn sieht.
#42, Dodge, Charger, New York, Bullitt, Muscle-Car
Der Charger ist scheinbar der einzige Klassiker, der an diesem Tag auf den Straßen von New York unterwegs ist.

Das erste Mal, dass ich einen Charger sah – und etwas Ähnliches erlebte –, war, als ich mir mit 16 den Film »Bullitt« anschaute. Zugegeben, Steve McQueen wirkte absolut cool in seinem etwas heruntergekommenen Mustang, aber für mich stach der Charger viel mehr ins Auge. Die Art und Weise, wie dieses Muscle-Car den Mustang in wilder Kurvenfahrt – einschließlich Verlust der Radkappen – in den Schatten stellte, hat mich vom Hocker gerissen. Mit dem gigantisch breiten Kühlergrill, der die Lampen geschickt verbirgt, den Türen mit den beiden muschelförmigen Einbuchtungen und der tiefschwarzen Lackierung sah er aus wie der Teufel persönlich. Während meine Kumpels von der neuesten heißen Schrägheckschleuder schwärmten, träumte ich von den Muscle-Cars einer vergangenen Ära. Und der 68er Charger war das Nonplusultra.

Meine Unterhaltung mit den derzeitigen Besitzern dieses speziellen Charger im »Classic Car Club Manhattan« bestärkt mich in dem Glauben, dass der Charger der König der Muscle-Cars ist. »Der Dodge Charger ist das Bösewichtauto«, sagt Mike Prichnello, einer der Clubgründer. »Deshalb ist er der King. Muscle- Cars haben meist viel Power, sind etwas biestig, manchmal auch einschüchternd, je nach Modell. Die Corvette ist sehr weiblich, der Camaro etwas klein. Aber der Dodge Charger ist ein Auto für Schurken, für Bankräuber. Und er ist herzzerreißend schön.«

Der Charger gehört der goldenen Ära der Muscle-Cars an – einer Ära, in der diese Autos gerade anfingen aufzufallen, aber noch nicht pompös oder vulgär waren. Es war die Zeit vor den Rallyestreifen, den Adlermotiven und den Sidepipes, und man musste auch keinen Cowboyhut und keinen Schnauzbart tragen, wenn man sie fahren wollte. Der Charger ist zwar gut fünf Meter lang, aber – vor allem in Schwarz – ausreichend dezent, um diesen leicht bedrohlichen Bankräuberlook hervorzubringen. Und der Charger-R/T-Schriftzug – R/T für Road/Track, das war der Schnelle –, die ausladenden Radkästen und ein bisschen Chrom hier und da wie zum Beispiel der Tankdeckel im NASCAR-Stil verleihen ihm einen Hauch von Eleganz.

 

Lesen Sie die ganze Geschichte in OCTANE #42

Text und Fotos Greg Moss  Bearbeitung Christel Flexney

 


#42,McLaren, F1, Restaurierung

Diese Story finden Sie in OCTANE Ausgabe 42

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