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Oldtimer im Winterschlaf: Sorgenfrei durch die kalte Jahreszeit

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Oldtimer fahren bedeutet Fahrspaß pur – ein Hobby für milde Temperaturen. Im Winter allerdings ruhen die Schätze hauptsächlich in den Garagen. Doch sind sie dort sicher? Schadenspezialist Markus Konietzny von Hiscox kennt die Risiken von Stand- und anderen Winterschäden, gibt Tipps zur Unterbringung und zum optimalen Versicherungsschutz.

Im Winter werden klassische Fahrzeuge weniger gefahren und teilweise abgemeldet. So landen die meisten Oldtimer in der Garage, um sie vor der kalten, nassen, frostigen Witterung und dem Streusalz auf den Straßen zu schützen. Doch ruhen stillgelegte Fahrzeuge im Winter oft nicht so gut geschützt wie gedacht: Nahezu die Hälfte der Schadenfälle, die die Befragten der Hiscox / Kantar Classic Cars Umfrage 2018 bereits an ihrem Oldtimer verzeichnen mussten, sind während des Winters aufgetreten – darunter auch Diebstahl, Unwetterschäden und Mottenbefall. Durch eine gute Vorbereitung auf die Überwinterung lassen sich die Standrisiken jedoch eindämmen – und falls trotzdem etwas passiert, können Sie mit einem Allgefahren-Schutz im Schadenfall auf die Versicherung vertrauen.

Vorbereitung für den Winter ist gut – Kontrolle noch besser
Besonders wichtig ist zunächst die gründliche Reinigung und korrekte technische Einlagerung des empfindlichen Fahrzeugs, um Standschäden unter anderem durch Rost zu vermeiden. Zum Einmal-Eins gehört zum Beispiel der Wechsel aller Öle, die Kontrolle des Reifendrucks und die komplette Befüllung des Tanks. Machen Sie sich bei der Einlagerung Notizen – wie zu den Füllständen und weiteren Charakteristika – und legen Sie die Notiz als Erinnerungsstütze für den Frühling zum Beispiel auf den Fahrersitz.

Damit die Lebensdauer des Energiespeichers erhöht wird, sollten Sie die Batterie abklemmen und im Idealfall ausbauen und an ein spezielles Erhaltungsladegerät anklemmen. Denken Sie auch daran, die Handbremse während der Lagerung zu lösen, da ansonsten die Beläge festkleben könnten. Weiterhin können Sie Ihr Fahrwerk und die Reifen bei längerem Stehen durch Aufbocken des Fahrzeugs entlasten.

Was den Einlagerungsort angeht, ist eine Einzelgarage empfehlenswert, die klimatisiert werden kann. Denn in einer unbeheizten Garage ohne Belüftung bildet sich mitunter Kondenswasser. Auch ist Ihr Oldtimer in Mehrfachgaragen Gefahren ausgesetzt: Andere Fahrzeuge können durch eine Kollision Dellen oder Kratzer beziehungsweise Schäden durch salziges Tauwasser verursachen, wenn sie im Winter als Alltagsautos verwendet werden.

Optimal ist ein Raum mit gleichbleibender Temperatur um die 15 Grad sowie 40 bis 50 Prozent Luftfeuchtigkeit. Nicht zuletzt ist der Diebstahlschutz über den Winter wichtig – zusätzliche Sicherungen, wie eine Alarmanlage für die Garage oder ein Ortungssystem fürs Fahrzeug sind eine Überlegung wert.

Über die Vorbereitungen zur längeren Standzeit hinaus empfiehlt sich eine regelmäßige Kontrolle: Auch ganz unvorhergesehen können Schäden auftreten, die mitunter noch schlimmer werden, wenn sie unentdeckt bleiben – zum Beispiel wenn sich Mäuse oder Motten einnisten. Bei hohen Minusgraden schadet es zudem nicht, den Frostschutz immer wieder zu kontrollieren.

Versichert im Winter? Tipps gegen Lücken im Schutz
Mehr als ein Drittel der Oldtimer-Besitzer melden ihr Fahrzeug für die Winterruhe ab – etwa automatisch mit einer Saisonzulassung. So kann auch die Kfz-Haftpflicht pausieren, die nur für die Zeit vorgeschrieben ist, in der sich das Fahrzeug im öffentlichen Verkehrsraum befindet. Während des Winters verzichtet aber der Großteil der Besitzer auch auf eine Kaskoversicherung.

Als Begründung nannten viele Teilnehmer der Umfrage, dass sie das Risiko für Schäden am Fahrzeug als gering einschätzen oder sich die Prämie für die Kaskoversicherung sparen möchten. Diese Rechnung geht aber leider schon bei einem geringen Standschaden nicht auf – beispielsweise durch Tierbiss, Mäusenester oder Kratzer.

Einen Basisschutz für den Winter bietet zunächst die Teil-/ Vollkasko, in der benannte Schadenereignisse wie Brand, Vandalismus oder Diebstahl des Fahrzeugs versichert sind. Doch bei einer längeren Standzeit lohnt sich ein Allgefahren-Schutz, wie folgendes Beispiel zeigt: Mäuse zerbissen die Ledersitze eines Vorkriegsfahrzeugs von 1936. Zwar sind bereits in der Teilkasko Schäden durch Tierbiss an Kabeln, Schläuchen und Leitungen versichert – allerdings nicht an Dächern, Sitzen oder Verkleidungen. Eine Allgefahrenversicherung springt hingegen in einem solchen Fall wie den durch Mäusebiss beschädigten Ledersitzen ein. Denn in deren Deckung ist keine Liste versicherter Schäden genannt, sondern umgekehrt nur wenige Ausschlüsse. Somit sind Sie mit einer Allgefahrenversicherung für Ihren Oldtimer auch bei Standrisiken auf der sichersten Seite.

Erfahren Sie mehr über die Oldtimer-Versicherung bei Hiscox unter hiscox.de/classic-cars.

Text: Markus Konietzny // Foto: Charlie Magee

Markus Konietzny ist Hiscox Schadenspezialist in München: Er betreut Schadenfälle in der Oldtimerversicherung und sucht nach der optimalen Lösung im Schadenfall. Haben Sie Fragen rund um die Versicherung von Oldtimern? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail: Versicherungsfragen@octane-magazin.de Haben Sie Fragen rund um die Versicherung von Oldtimern? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail: versicherungsfragen@ octane-magazin.de

Noch mehr spannende Tipps & Geschichten lesen Sie in OCTANE #62

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