#43, Porsche, 356, Speedster, Carrera
Klassiker

Porsche 356 Carrera Speedster

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Der Porsche Speedster war der preisgünstigste 356 – und auch der spritzigste, wenn er den Viernockenwellen- Carrera-Motor unter der Haube hatte. John Simister fand heraus, warum er heute eine Million Euro wert ist.

#43, Porsche, 356, Speedster, Carrera
Mehr Spaß auf der Landstraße geht eigentlich nicht: hier ist der leichte und kräftige Speedster in seinem Element.

Porsche-US-Importeur Max Hoffman ist »Schuld« an diesem Auto. Für ihn war ein offener, vereinfachter 356 – eher ein Roadster als ein Cabriolet – die perfekte Antwort auf das damalige Zweisitzer-Angebot aus Großbritannien. Und so wurde 1952 eine Kleinserie von 15 Porsche 356 Speedster gebaut. Doch dann schlug John von Neumann, Porsche-Händler an der US-Westküste, eine noch puristischere Version vor. Der minimalistische Speedster mit der flachen Windschutzscheibe war dem regulären 356 etwas ähnlicher, zumindest am unteren Teil der Karosserie, und sollte zum billigsten und mit einem speziellen Motor auch zum schnellsten 356 werden. Verpasste man ihm gar den allerstärksten Motor, war er so rassig wie die kühnsten Träume, die sein Name hervorzubringen vermochte.

Von den 4900 Speedstern, die zwischen 1954 und 1959 gebaut wurden, hatten nur 152 den »Fuhrmann«-Motor, und von denen wiederum nur drei das Lenkrad auf der rechten Seite. Alle drei wurden nach Australien verkauft, und die ersten beiden, gebaut im Juli 1956 und Juli 1957, sind auch heute noch dort. Der dritte Wagen, gebaut im September 1957, fand 2011 seinen Weg nach Großbritannien. Weshalb er hier in den bewaldeten Chiltern Hills in Buckinghamshire und nicht am Bondi Beach zu sehen ist.

Zum Glück scheint die Sonne. Und während ich es mir in dem schwarzen Schalensitz bequem mache, frage ich mich, was mit der Welt der automobilen Klassiker nur los ist. Dieser kleine Sportwagen, mit einem 100 PS starken 1,5-Liter- Motor, ist eine Million Euro wert. Das muss man erst mal sacken lassen.

Doch der Sinn und Zweck – Mensch, Maschine und Straße in einem intimen Nervenkitzel miteinander verschmelzen zu lassen – bleibt trotz des hohen Wertes erhalten. Der Sitz ist niedrig, ebenso wie die Oberkante der gebogenen Windschutzscheibe. Kein anderer 356, in dem ich bisher gesessen habe, hat so viel Spiellust verströmt wie dieser.

Ein kurzer Druck auf den Starterknopf und der Motor erwacht brummend zum Leben. Die bescheidenen Ursprünge seines metallischen Boxer-Beats lassen sich nicht leugnen. Allerdings verleiht ihm das dicke, zentral angebrachte Sebring-Einzelauspuffrohr mit seinem abgehackten Schnellfeuer und dem gelegentlichen Kanonenschuss eine tiefere, härtere Note. »Zockeln mag der Motor nicht«, sagt der Besitzer des Speedsters, Mick Pacey. »Er muss hochgedreht und bewegt werden, damit die Zündkerzen nicht verölen.«

Text John Simister // Fotos Matthew Howell // Bearbeitung Christel Flexney

Lesen Sie die ganze Geschichte in OCTANE #43


#43, BMW, Art Car, Andy Warhol, Procar

 

Diese Story finden Sie in OCTANE Ausgabe 43

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