#41, Ford, Anglia, Allardette, Sidney Allard, Alan Allard, Monte Carlo Rallye, Kompressor, Shorrock
Klassiker

Ford Allardette – Sidney Allards Kompressor-Anglia

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Nichts ist langweiliger als ein Ford Anglia? VORSICHT: Sydney Allard baute einst Shorrock-Kompressoren in einige Ford Anglia ein, um damit bei der Rallye Monte Carlo anzutreten. Jetzt ist die Ford Allardette wiederauferstanden.

Wir sitzen beim Mittagessen im Plough Inn in Ford in den englischen Cotswolds. Ein Ford, ein kleiner, steht auch draußen vor der Tür. Während wir essen, entführt uns Alan Allard zurück in seine Zeit mit Copilot Rob Mackie, der uns gegenübersitzt, bei der Rallye Monte Carlo. Alan ist der Sohn des berühmten Sydney Allard, der einst die Sportwagen von Allard und gelegentlich einen Dragster entwarf. Sein Vater Sidney Allard ist auch der einzige Fahrer, der je die Monte in einem Auto der eigenen Marke gewann. Das war 1952 mit einem Allard P1.

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Martialisch wie in alten Zeiten ist der Auftritt der »Continuation«-Allardette.

Der Grund für unser Treffen ist allerdings das Jahr 1963, denn in jenem Jahr waren die beiden – und auch Sydney – in einem Ford Allardette unterwegs. Wie die, die vor dem Plough Inn geparkt ist. Ein Ford Allardette, fragen Sie? Das ist ein Ford Anglia mit einem Shorrock-Kompressor C75B samt einiger Fahrwerksveränderungen, um die fast doppelt so hohe Leistung einigermaßen auf die Straße zu bringen. Es gab einen Umbausatz, den man bei Allard in Clapham im Süden von London kaufen konnte, oder man erstand eine fertig umgebaute Allardette vom angeschlossenen Ford-Händler mit dem leicht zu verwechselnden Namen Adlards. Etwa 100 Allardette wurden gebaut, darunter eine besonders furchteinflößende Version mit 1,5-Liter-Cortina-GT-Motor und dem größeren Shorrock- Kompressor C142B. Die heißen Anglia waren zugelassen für die Klasse der umgebauten Limousinen bei der Rallye Monte Carlo und anderen Rallyes.

Die Allardette sorgte für großes Interesse an Shorrock-Kompressoren, was für Allard positiv war, denn die Firma hatte gerade einen Vertrag mit Chris Shorrock, dem Erfinder dieser Kompressoren, und Rubery Owen, dem Hersteller, dem Shorrock damals gehörte, über die weltweiten Vermark- tungsrechte und die Herstellung von Kits für eine Reihe beliebter Autos abgeschlossen. Der Mini, der Triumph Herald, der Austin-Healey Sprite, der MG Midget, der MGB, der Käfer und natürlich zahlreiche Ford-Modelle, sie alle konnten aufgeladen werden, oft mit enormer Wirkung. Im umsatzstärksten Monat verkaufte Allard 75 Kits zu damals je 100 Pfund.

»1963 traten bei der Monte 13 Anglia an«, erinnert sich Alan. »Einen davon fuhr Pat Moss. Aber nur drei kamen ins Ziel: unsere beiden und ein französisches Team.« Sie kamen nicht nur ins Ziel, Sydney Allard und Copilot Tom Fisk gewannen sogar ihre Klasse (32. Gesamtplatz), Alan und Rob wurden Klassenzweite (49. Gesamtplatz).

Und heute wartet eine neue Allardette auf uns. Alans Sohn Lloyd hatte nach überlebenden Exemplaren gesucht – insbesondere nach Werkswagen – mit dem Vorhaben, eines davon zu restaurieren. Nachdem er nicht fündig geworden war, entschied er sich, eine »Continuation«-Allardette zu bauen. »Ich hasse den Ausdruck Replika«, sagt er und betrachtet das neue Auto als logische Fortsetzung der früheren Serie, gebaut von demselben Hersteller, auch wenn dazwischen fast 60 Jahre liegen.

Es war der reine Spaß an der Freude, der die Allards zu diesem Schritt bewog, beflügelt von der Vorstellung, die neue Allardette bei der Rallye Monte Carlo Historique kämpfen zu sehen.

Text John Simister  // Fotos Matt Howell // Bearbeitung Christel Flexney

Lesen Sie die ganze Geschichte in OCTANE #41


#41, Porsche 909, Aston Martin, Bugatti, Ford allardette, Abarth 595, BMW Z8, Bizzarrini

 

Diese Story finden Sie in OCTANE Ausgabe 41

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