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Ford GT40 – Der Le Mans-Sieger lebt, und wie!

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Nach einer außergewöhnlichen Restaurierung präsentiert sich der GT40 P/1046 exakt so wie beim Le Mans-Sieg von 1966 – ein Proberitt in Lime Rock zeugt, dass er auch nach 50 Jahren noch nicht eingerostet ist.

Befreit von seiner schwarz-silberner Karosse, die es beim Le Mans Sieg von 1966 trug, sieht das in einem schlichten Blau lackierte Chassis GT40 P/1046 nackt und unfertig aus. Wir sind im Restaurierungsbetrieb Rare Drive im tiefsten New England. Und Mark Allin, der Chef, begutachtet das Objekt seiner Begierde. Nicht als Künstler, der die Möglichkeiten einer blanken Leinwand mustert, sondern als Archäologe, der ein Ausgrabungsstück der Rennsportgeschichte studiert »Als Restaurateur lasse ich mich nicht von Fantasien leiten«, stellt er fest. »Mein Ziel ist die detailgenaue Abbildung dessen, was eine frühere Generation geschaffen hat.«

#26, Ford GT40, Le Mans, 24 Stunden von Le Mans,
Original wurde die Startnummer eher nachlässig aufgebracht. Bei der Restaurierung wurde sie exakt so wieder aufgetragen

Früher hätten Restaurateure die Türscharniere und Schließbleche vor der Neulackierung entfernt, um bei einem Concours makellos dazustehen. Doch Allin, der Authentizität vor Aussehen stellt, ließ beim Neusprayen alles dran. Wie Shelby American anno 1966. Bilder von damals verieten ihm, dass die flammgeschützte Einfassung des Holley-Vergasers Wellen warf  – und so reproduzierte Allin diesen kleinen Fehler bewusst beim Neuteil!

Zweites Beispiel: Die offenbar hektisch aufgepinselte Startnummer 2 am Heck. Beim Malen rann die weiße Farbe in eine der beiden Kühllufthutzen. Für Allin zeugt das von der Arbeitsweise des damaligen Teams: »Trag eine Rennnummer auf, und zwar JETZT und GLEICH«, malt er es sich in seinem Kopf aus. »Wir könnten so was perfekt machen. Doch so waren die Jungs damals nicht gepolt. Ich möchte solch ein Projekt nicht als Ausweis meiner Fertigkeiten verstehen. Sondern alles so machen, wie es ursprünglich war.«

Indem er alte Fotos studierte und seine Talente in den Bereichen Fabrikation, Bearbeitung, Schweißen, Lackierung und Karosseriebau einbrachte, ist es Allin gelungen, den P/1046 wiederaufzubauen. Genauso wie er am 18. Juni 1966 um 16 Uhr auf dem Startplatz des Circuit de la Sarthe stand. 24 Stunden und 4841 Kilometer später fuhr der von Bruce McLaren und Chris Amon gesteuerte Mark IIA als Sieger durchs Ziel. Dicht gefolgt von zwei weiteren Ford und als inszeniertes Fotofinish, das aber nach Meinung der Rennleitung nur einen Sieger kennen konnte. Henry Ford II war es egal: Das Blue Oval hatte seinen größten Sieg im internationalen Motorsport errungen und Ferrari gedemütigt. Sowie einen Rennwagen erschaffen, der bis heute weltweit verehrt wird.

Auch wenn es vermessen wäre, ein spezielles Auto als das bedeutendste in der Geschichte des Motorsports zu bezeichnen, stünde 1046 zweifellos auf der Shortlist der Kandidaten. Auf Fans einer bestimmten Altersgruppe übt der schwarze Ford mit seinem grollenden Big-Block V8 unwiderstehlichen Reiz aus. »Selbst wenn man nichts über das Auto oder seine Historie weiß, ist es ein Hammer«, schwärmt der aktuelle Besitzer und Autosammler Rob Kauffman. Er war es, der Rare Drive mit der Restaurierung beauftragte. »Das Ding ist einfach ultracool.«

Text Massimo Delbò // Fotos Eric Fuller

 Lesen Sie die ganze Geschichte in OCTANE #26


#26, Ford GT40, Le Mans, 24 Stunden von Le Mans,

Diese Story finden Sie in OCTANE Ausgabe 25

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