#28, Karmann, Sammlung, Prototypen, VW-Werk Osnabrück
Klassiker Szene

Die verborgenen Schätze der Karmann-Sammlung

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Besucher des Osnabrücker VW-Werks können in einer Halle rund 50 Karmann-Prototypen besichtigen. Fast doppelt so viele stehen aber noch hinter verschlossenen Türen und sind für die Öffentlichkeit derzeit nicht zugänglich. OCTANE durfte in den Raritätenkeller.

 Früher durfte Klaus-Dieter Ulrich nicht in die Frye-Halle. Da erging es dem Kfz-Meister wie allen anderen Karmann-Mitarbeitern – die einst außerhalb des Werksgeländes gelegene ehemalige Speditionshalle für Waschmittel hatte sich der Chef vorbehalten. Der hieß Wilhelm Karmann, war erfolgreicher Unternehmer und sammelte seit den 1970er- Jahren automobile Produkte, die sein Familienbetrieb gebaut hatte – zur eigenen Erbauung. »Wir wussten alle von der Sammlung der Karmann-Prototypen«, erinnert sich Ulrich, »aber wir hatten keinen Zugriff. Die Kollektion war Karmanns privates Steckenpferd.«
#28, Karmann, Sammlung, Prototypen, VW-Werk Osnabrück
Auch dieser Karmann Ghia 1600TL Prototyp findet sich in der Sammlung. Schade, dass dieses Coupé nie gebaut wurde!

Heute darf niemand in die Halle ohne die Erlaubnis des ehemaligen Qualitätswächters bei Karmann – Klaus-Dieter Ulrich ist jetzt »Koordinator der Automobilsammlung Karmann« und gemeinsam mit einem Kollegen zuständig für das Wohlergehen der Raritäten. Und das sind viele: Wilhelm Karmann hat gut 140 Exemplare zusammengetragen – vom Käfer Cabrio-Vorläufer über Karmann-Prototypen, Messe-Showcars, Design-Fingerübungen bis hin zu Serienautos.

Dass die Kollektion noch besteht, obwohl Karmann 2009 Insolvenz anmeldete, ist zwei Umständen zu verdanken: Erstens gehörte die Kollektion nie zur Insolvenzmasse und zweitens kaufte VW sie in zwei Partien – in der ersten waren alle Stücke, die mit dem VW-Konzern zu tun hatten (VW, Porsche, Audi, DKW), die zweite beinhaltete auch die Exemplare von Fremdfirmen, für die Karmann einst Karosserien herstellte.

Nur etwa ein Drittel der Sammlung kann heute besichtigt werden – unter Umständen, denn man muss zuvor schon eine Werksbesichtigung in Osnabrück mitmachen. Dann kann zum Beispiel der Prototyp des Karmann Ghia Coupés aus dem Jahr 1953 von Luigi Segre bewundert werden – ein Entwurf, den Wilhelm Karmann auf eigene Kosten und eigentlich als Cabrio beim italienischen Chef der Designerschmiede Ghia bestellte und der schließlich sogar den mächtigen VW-Chef Nordhoff überzeugte.

Nicht weniger interessant das »Hebmüller«-Cabriolet – Karmann profitierte von der Vernichtung der Firma Hebmüller durch einen großen Brand, indem er den Auftrag zum Bau der Käfer Cabrios bekam. Um noch vorhandene Karosserieteile zu verarbeiten, baute Karmann 1952 tatsächlich noch zwölf Exemplare der Hebmüller-Zweifenster-Cabrios.

Zu bewundern ist der noch bügellose Prototyp des ersten Golf Cabrios, genannt Typ A1C; die beiden DKW Sonder- und Meisterklasse F91 und F89 von 1953 und 1952; einer von nur zwei gebauten VW 411 Cabrios von 1968, das bereits ein elektrohydraulisches Faltverdeck besitzt; die Designstudie des VW Jetta Cabriolets von 1980; der Prototyp des »großen Karmann« (Typ 34) als Cabrio, von dem letztlich nur ein Dutzend Stück gebaut wurden. Und vieles, vieles mehr

Die ganze Story finden Sie in OCTANE Ausgabe 28

Text Roland Löwisch // Fotos Löwisch, Volkswagen Classic, Kay MacKenneth


#28, Lancia, Stratos HF, Sandro Munari, Rallye Monte Carlo

 

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