#24, De Lorean, DMC-12, Zurück in die Zukunft
Klassiker

DeLorean DMC-12 – Die Zeitmaschine aus Belfast

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Einst war er das Sinnbild für Zukunft. John Simister kurvt mit dem legendären DeLorean DMC-12 über die originale Teststrecke in Nordirland.

Im Jahr 1980 stand sie bereit: Eine brandneue Piste, piekfein und scharf geschnitten, für den Straßentest der DeLorean DMC-12 aus der neuen Fabrik der DeLorean Motor Company in Dunmurry, südwestlich von Belfast. Ihre Freiflächen waren spärlich bepflanzt mit schlanken Bäumchen und kleinen Sträuchern, umgeben von üppigen Wiesen. Eine Testpiste, bestehend aus einer schnellen Gerade plus Steilwandkurve, ein paar S-Kurven und einer Haarnadelkehre. Außerdem wartete auf die Neuwagen grobes Pflaster, ein welliger Stoßdämpfer-Härtetest, ein Rillenabschnitt und sogar ein bewässterter Streckenabschnitt.

#24, De Lorean, DMC-12, Zurück in die Zukunft
Der im Delorean verbaute “Europa-V6”, der unter anderem bei Renault, Peugeot in Limousinen und in der Alpine A310 verbaut wurde, wirkte im DeLorean eher kraft- und lustlos.

2016 sind wir zurück in Dunmurry. Die Pflege der Bepflanzung wurde 1983 jäh unterbrochen, als DeLorean das Gebäude aufgab. Seitdem ist das einst offene Gelände von einem Wald besetzt wor- den. Die verlassene Straße windet sich zwischen Bäumen hindurch; Moos, Algen, welke Blätter und Äste bedecken den Beton oder haben sich hineingefressen. Der Maschendrahtzaun, der böse Jungs daran hindern sollte, die funkelnden Wagen auf ihren Runden mit Steinen zu bewerfen, ist verzogen und zerrissen.

Von der industriellen Hoffnung zu einem Archäologiepark innerhalb eines Dritteljahrhunderts – während Nordirland selbst zu einem lebenswerten Flecken wurde, dessen Einwohner die Vergangenheit mehrheitlich hinter sich gelassen haben. Selbst die alten DeLorean-Gebäude brummen wieder vor Geschäftigkeit, seit sie vom Aluminiumgussfabrikanten Montupet übernommen worden sind. Heute werden hier Tausende von Zylinderköpfen und sonstige Bauteile gefertigt. Sogar das »Räder-Gebäude« gibt es noch, wo einst die Jet-Turbinen nachempfundenen Felgen des DeLorean DMC-12 entstanden sind – und die von Montupet bis heute. Aber die neue Firma braucht keine Teststrecke.

Ausnahmsweise funkelt heute wieder rostfreier Stahl durch die Bäume. Ein DeLorean von 1981 wirbelt Blätter auf, während er vorsichtig Fahrt aufnimmt und eine Schneise durch das Laub fräst. Sein Baujahr war ein maßgeblicher Punkt in der Geschichte des DMC-12. Damals schien alles wie am Schnürchen zu laufen, als Arbeitsminister James Prior zum Produktionsstart vor Ort John Zachary DeLorean traf, um die neuen Werkstätten einzuweihen und sich der eindrucksvollen Gründerleistung zu erfreuen.

Bereits einen Monat später zeigten sich erste Risse in der Neugründung, die DeLoreans Traum zerstören sollten. Innerhalb von zwei Jahren avancierte das futuristische GT-Coupé, dessen Zielgruppe in der Klientel »rattenscharfe Uni-Absolventen« verortet wurde, zu einem Symbol für Korruption und Misswirtschaft. Der DMC-12 erlebte einen turbulenten Niedergang. Seinen Ruf vermochte selbst ein Hollywood-Blockbuster nicht zu kitten, da war bereits alles zu spät. Die Kritiker überschütteten den Möchtegern- Sportwagen mit Spott wegen seines Übergewichts, seiner Untermotorisierung, seines unglücklich platzierten Antriebs und seiner Flügeltüren, die sich leider ein bisschen zu oft entweder gar nicht schließen oder nicht öffnen ließen.

Mike Loasby, ehemaliger Aston-Martin-Ingenieur und Verbindungsmann in der technischen Liaison von DeLorean und Lotus, erinnerte sich daran, wie das Ganze aus dem Ruder lief: »Wir bastelten gerade an einer Vierrad-Variante. Dann gerieten wir unter Konkursverwaltung, und der Wagen verschwand auf mysteriöse Weise von der Bildfläche.«

Lesen Sie die ganze Geschichte in OCTANE #24

Fotos Amy Shore


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Diese Story finden Sie in OCTANE Ausgabe 24

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