Der »Hundeknochen«-Escort Twin-Cam des Teams von Alan Mann war eine britische Tourenwagen-Ikone. Ist ein exakt nach-gebautes »Recreation«-Modell besser als das Original?

Mit Teilen aus dem GT40
Henry Mann sagt nachdenklich, »Ich glaube, er wäre damit zufrieden«, während das erste offizielle »Continuation«-Modell des von seinem Vater Alan eingesetzten Ford Escort Mk1 über die hinter uns liegende Privatrennstrecke düst. »Er würde das Auto mögen, und auch die erneute Verbindung zur Ford Motor Company.« Der von Ford abgesegnete Nachbau des im ikonischen Rot-Gold des Alan-Mann-Teams lackierten Renn-Escort kopiert jenen »Hundeknochen«-Renner, mit dem der Australier Frank Gardner 1968 die britische Tourenwagen-Meisterschaft gewann. Nur kurz, nachdem die Serienmodelle des ersten Escort ab November 1967 von den Bändern des britischen Werkes Halewood gerollt waren und bis Ende 1969 von dort auch nach Deutschland geliefert wurden.
Der nach dem freizügigen Gruppe-5-Reglement entwickelte Renntourenwagen mit Kennzeichen XOO 349F war kein gewöhnlicher Renn-Escort – doch wie speziell er war, ist in den vergangenen fünf Jahrzehnten in Vergessenheit geraten – bis der Wagen komplett in seine Einzelteile zerlegt und per Laser-Scan forensisch untersucht wurde. Dabei kamen unter anderem eine Vorderradaufhängung mit Teilen aus dem Ford GT40 (!) und eine Hinterachse mit Drehstabfedern anstelle der Blattfedern des Straßen-Escorts oder der Gewindefahrwerke der Rallye-Escort zum Vorschein.

Nachbau mit Ford-Unterstützung
Vielleicht erwartet man, dass die Recreation-Modelle – es sollen 24 entstehen – jetzt von mittlerweile erprobteren und gründlicher getesteten Set-ups profitieren. Doch das ist nicht der Fall. Im Gegenteil sind die Alan Mann 68 Edition-Modelle fast millimetergenaue Kopien des Ford-Originals, mit den identischen mechanischen Komponenten. Die einzigen Unterschiede liegen in den FIA-konformen Sicherheitssystemen: darunter der Überrollkäfig, eine Feuerlöschanlage sowie Renngurte und -sitze. Alles unverzichtbar, um mit einem FIA Historic Pass an historischen Renn-Meetings teilnehmen zu dürfen.
Dass sowohl das Auto von 1968 als auch sein moderner Nachbau die volle Unterstützung von Ford erhielten, ist bemerkenswert. Doch gibt es dafür Gründe, die tief in der Vergangenheit wurzeln. Dem 27-jährigen Ingenieur Alan Mann gelang der große Durchbruch 1963 beim 12-Stunden-Rennen auf dem Marlboro Motor Raceway in Maryland (USA). Als ein von ihm vorbereiteter und eingesetzter Ford Cortina, gesteuert von Henry Taylor – dem damaligen Leiter der Ford Motorsport-Abteilung – und Jimmy Blumer, das Rennen gewann. Dieser Erfolg rückte den Briten auf den Ford-Radarschirm. 1964 gründete er Alan Mann Racing mit Sitz in Byfleet (Surrey) und trug mit den von seinem Team eingesetzten Mustangs, Falcons, Cortinas und GT40 maßgeblich zu Fords Motorsporterfolgen bei.





Text David Lillywhite // Bearbeitung Thomas Imhof // Fotos Jordan Butters
Die Geschichte der Hundeknochen-Recreation lesen Sie in OCTANE #81
Noch mehr Geschichten über Legenden der Fahrzeuggeschichte finden Sie in diesen Ausgaben
-
OCTANE Edition #06 – Italienische Sportwagen Numero Uno9,80€inkl. 7 % MwSt.
zzgl. Versandkosten
-
Ausgabe 58 – 75 Jahre Ferrari9,00€inkl. 7 % MwSt.
zzgl. Versandkosten
-
OCTANE Edition #08 – Super Sportwagen9,80€inkl. 7 % MwSt.
zzgl. Versandkosten
-
Ausgabe 55 – Lotus Esprit “James Bond”9,00€inkl. 7 % MwSt.
zzgl. Versandkosten
-
Ausgabe 51 – Porsche 911 RSR9,00€inkl. 7 % MwSt.
zzgl. Versandkosten
-
Ausgabe 60 – BMW M39,00€inkl. 7 % MwSt.
zzgl. Versandkosten
Oder bestellen Sie sich OCTANE ganz bequem im Abo nach Hause

OCTANE Jahresabo – 6x OCTANE versandkostenfrei
inkl. 7 % MwSt.
Versandkostenfrei













