#28, Talbot-Lago, Concours-Gewinner, Art Deco, Pebble Beach
Klassiker

Talbot Lago T150-C-SS – Der Beste unter den Besten

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Dieser atemberaubend gestylte Talbot-Lago T150-C-SS wurde zum überragenden Gewinner der Concours-Saison 2015 gekürt.

In der Welt der Classic Cars gab es bis jetzt traditionell nur eine Platzierung, die jedem Concours-Liebhaber buchstäblich die Tränen in die Augen zu treiben vermochte: Ultimatives Ziel war immer die »Best in Show«-Prämierung von Pebble Beach. Viele andere Concours-Veranstaltungen mögen auch ihre individuellen Stärken und Besonderheiten haben – allein der kalifornische Event vermochte einem Wagen Nimbus und Prestige zu verleihen. Wer in »Pebble« gewann, konnte sich der Exzellenz seines Autos absolut sicher sein.

#28, Talbot-Lago, Concours-Gewinner, Art Deco, Pebble Beach
Peter Mullin war schon in diesen Talbot-Lago verliebt, bevor er ihn kaufen konnte. Der Wagen wird nicht verhätschelt, sondern auch gelegentlich von ihm gefahren.

Seit 2016 gibt es da allerdings eine weitere attraktive Trophäe für Concours-Enthusiasten, den »Peninsula Classics ‚Best of the Best‘ Award«. Das Teilnehmerfeld bilden nicht nur die hinreißenden Autos der Pebble Beach Show, sondern die Gesamtheit aller Wagen, die pro Saison bei größeren Concours-Veranstaltungen weltweit angetreten und angemessen hoch prämiert worden sind. Hier wird unter den Besten nochmal der Beste gekürt: 24 namhafte Preisrichter verliehen diesen »Preis der Preise« erstmals für die Saison 2015  an Peter und Merle Mullin für ihren 1937er Talbot-Lago T150-C-SS mit einer Figoni & Falaschi Karosserie.

Der Talbot-Lago T150-C-SS ist ein echter Veteran des Concours. Seit Mitte der 1980er hat er in Pebble Beach fünf Klassensiege abgeräumt, von exzellenten Concours-Platzierungen bei anderen Veranstaltungen ganz zu schweigen. Außerdem holte er den »Best in Show«-Preis beim »Goodwood Festival of Speed’s Cartier Style et Luxe Concours 2015« – die Platzierung, die für seine Qualifikation zum »Best of the Best Award 2015« den Ausschlag gab. Jetzt könnte man natürlich einwenden, dass so ein Wagen immer preiswürdig sei, verstehe sich fast von selbst. Was sei jetzt daran so überaus bemerkenswert?

Bemerkenswert ist, dass Peter Mullin den Talbot-Lago selbst fährt. Über 1600 km quer durch Europa war er in seinem »Teardrop« Coupé für eine Louis Vuitton-Rallye schon unterwegs. Er erzählt uns das nach dem Pebble Beach-Trubel, bei einer Tasse Tee im Haus eines Freundes. Warum er den Wagen regelmäßig fahre? Ganz einfach. »Es ist mein Lieblingswagen! Den zu fahren bereitet mir Riesenspaß!«.

Das Mullin Automotive Museum in Oxnard, Kalifornien ist eine einzige Hommage an das Art déco. Ausgestellt werden ausschließlich exquisite Exemplare: Bugattis und Delages sind dort zu bestaunen, Delahayes, Voisins und viele andere Marken desselben Kalibers. Wenn Mullin den Talbot-Lago »Lieblingswagen« nennt, dann will das etwas heißen. »Ich habe mich bereits unsterblich in den Wagen verliebt, bevor ich ihn in meiner Sammlung hatte«, erklärt Peter. »Es war das mit Abstand schönste Auto, das ich je gesehen hatte. 1984-85 hörte ich, bald stünde wieder ein Exemplar zum Verkauf. Ich habe im richtigen Augenblick zugeschlagen! Dieser Talbot-Lago war schon ganz lange mein Favorit.«

Peters Leidenschaft für die Epoche des Art déco geht übrigens weit über Automobilia hinaus. »Die Wagen bilden das Herzstück unseres Museums. Unsere Sammlung besteht aber auch aus allen möglichen anderen Exponaten, von Gemälden über Möbelstücke, bis hin zu Grafiken und Skulpturen. Wo meine Begeisterung für Art déco herkommt, weiß ich nicht genau. Vor einer Ewigkeit habe ich mal Kunst studiert, und das sogar im Hauptfach. Linien, Kurven und Umrisse faszinieren mich seit ich denken kann.

An Art déco mag ich besonders die ästhetische Gestaltung funktionaler Objekte. Warum muss ein Toaster denn hässlich sein? Das Kunststudium an der UCLA habe ich allerdings wieder abgebrochen. In einer Gruppe von elf Studenten belegte ich fast durchgängig Rang 11 – daraufhin habe ich auf BWL umgesattelt.« Wenn man bedenkt, was Peter seitdem alles erreicht hat, war diese Entscheidung vielleicht ganz schön clever …

 

Text Mark Dixon // Fotos Michael Furman // Bearbeitung Nadja Gremmel


#28, Lancia, Stratos HF, Sandro Munari, Rallye Monte Carlo

 

Die ganze Story finden Sie in OCTANE Ausgabe 28

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