Renault 4CV aus der Vogelperspektive
Klassiker

Renault 4CV: Mit 66 fängt das Leben an

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OCTANE#13

 

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ZUR BESTIMMUNG DES MARKTWERTES IST DIE ZUSTANDSNOTE LEDIGLICH EIN INDIKATOR. GERADE WEIL ORIGINALITÄT WICHTIG IST, HAT FSP EIN NEUES BEWERTUNGSPRINZIP ERARBEITET – WIE AUCH DIESES BEISPIEL WIEDER DEMONSTRIERT. WIR NEHMEN EINEN RENAULT 4CV UNTER DIE LUPE

KAROSSERIE
Der Lack des Renault 4CV ist auf Motorhaube und Kotflügel stellenweise bis zur roten Grundierung vollständig durchpoliert. Partiell ist die Musterung der Stoffbespannung nur noch zu erahnen, an der B-Säule hängt sie fragmentös herunter. Der Reservereifen der toten, belgischen Marke »Englebert« hat nicht nur Risse, sondern schon etwas Moos angesetzt.

Detail aus der Front des Renault 4CV
Der Lack ist an ein paar Stellen komplett runter bis zur roten Grundierung. Hier und da wächst Moos.

MOTOR & GETRIEBE
Der Wagen ist fahrbereit und sein Besitzer hat nur die für Betrieb und Sicherheit absolut notwendigen Teile ersetzt. So sind Reifen, Gummimanschetten, Bremsleitungen, Hauptbremszylinder und Zündkabel erneuert. Ein kleines Stückchen Blech musste auch ersetzt werden.

Motor des Renault 4CV
Der Besitzer hat nicht übermäßig viel Arbeit und Mühe in den 4CV gesteckt.

GESCHICHTE
Warum hebt man ein Auto (Baujahr 1960) auf, das in seinem stark gebrauchten Zustand vor ein paar Jahren noch den Gegenwert eines Mofas hatte? Vielleicht hat man ihn erhalten, weil man diesen speziellen Geruch nicht mehr kaufen kann. Vielleicht, weil der gefühlsduselige belgische Vorbesitzer traurig über die Jahre beobachtet hat, wie sich immer mehr die Stoffbespannung löste. Sicherlich aber, weil der Wagen einen ganz besonderen Charakter hat.

ORIGINALITÄT
Chassis-Nummer 3606313 hat den Lack ab, ist aber noch kein altes Eisen. Man möchte glauben, dass dieses immer gefahrene Auto zuverlässiger ist als eines, bei dem Schönheitschirurgen in Form von Restaurierungsbetrieben auseinandergerissen, aufgespachtelt, lackiert, erneuert und verbessert haben. Dieser Renault ist in Würde gealtert, ohne sich dem Jugendwahn zu unterwerfen. Er ist durch alte Dichtungen ein bisschen inkontinent, allgemein etwas klapprig, und die Bezüge werfen deutliche Falten, aber sicherlich ist er so besser, als er restauriert jemals sein könnte. Ein paar Fragen stellen sich jedoch: Sind die 66.000 angezeigten Kilometer realistische Gesamtlaufleistung? Es würde passen denn: Mit 66 fängt das Leben an! Und wer hat eigentlich die Zahlen auf den Tachometer geklebt?


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