Klassiker

Purer 6 – BMW Alpina B6

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Der BMW E30 M3 ist zweifellos ein großartiges Fahrzeug. Mit einem kleinen Makel: dem Vierzylindermotor. Das fand auch BMW-Veredler Alpina – und gönnte ihm den ebenso grandiosen Reihensechszylinder des Hauses.

Das Beste aus zwei Welten

Yin und Yang stehen in der chinesischen Philosophie für entgegengesetzte und dennoch aufeinander bezogene Kräfte, die sich nicht bekämpfen, sondern ergänzen. Das könnte auch für die BMW 3er-Reihe der Generation E30 gelten – und die Experten von Alpina. Diejenigen, die den M3 loben, erwähnen seine Ausgewogenheit und den hochdrehenden S14-Vierzylinder; Kritiker halten dagegen, dass dessen Dynamik einen nicht gerade vom Hocker reißt, falls nicht gerade Joachim Winkelhock oder Roberto Ravaglia am Steuer sitzen. 

Das umgekehrte Dilemma zeigte sich im 325i: Dessen M20-Reihensechszylinder begeisterte durch seinen seidigen Charakter und das scheinbar endlose Drehmoment – er hätte viel besser zum Inbegriff der kompakten BMW-Sportlimousine gepasst. Im Gegenzug führten die veraltete Hinterradaufhängung und träge Lenkung des 325i dazu, dass viele ihr Leben an Straßenbäumen beendeten. Aber was, wenn Yin und Yang zu einem Ganzen würden, wenn das Beste aus beiden Welten zusammenkäme? Die Antwort kam von Alpina: mit dem B6 3.5 S. 

 

18.000 M3 – 62 Alpina B6

Zu Recht gilt die Serienversion des E30 M3 als Legende. Sie wird unter anderem deshalb verehrt, weil sie für eine großartige – vielleicht die beste – Ära des weltweiten Tourenwagensports steht. Der M3 und seine großen Konkurrenten Mercedes 190 Evo und Sierra Cosworth RS500 ermöglichten totale Identifikation der Fans, die Rennen waren meist hart umkämpft und die Hersteller konnten mit relativ großer Seriennähe werben. 

Angesichts der relativ hohen Stückzahl von 5000 Homologationsexemplaren ging BMW mit dem ersten, 1985 vorgestellten M3 verblüffend weit. Die Kotflügelverbreiterungen mitsamt breiterer Spur, Frontspoiler, Schwellerverkleidungen und Heckflügel waren nur die offensichtlichsten Zugeständnisse an die geplanten Rennstreckeneinsätze. Hinzu kamen weniger auffällige, aber umso aufwändigere Modifikationen. Alpina setzte dem Konzept mit dem Reihensechszylinder die Krone auf.

Text Nathan Chadwick // Bearbeitung Johannes Schnettler // Fotos Jayson Fong

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