Mini Moke frontal
Klassiker

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Text Matthew Hayward // Fotos Magic Car Pics

ERDACHT ALS MILITÄRFAHRZEUG, WURDE DER MINI MOKE ZUM SPASSMOBIL DER STRANDPROMENADEN. SIE SPIELEN MIT DEM GEDANKEN, SICH SOLCH EIN BEGEHRTES GEFÄHRT ANZUSCHAFFEN? VOILÀ, ES FOLGT EINE KAUFBERATUNG.

Auf seine Art ist der Mini Moke perfekt. Eine Spritztour an der Küste der Costa del Sol, der Wind zerzaust einem das Haar – viel besser kann das Leben mit einem Zweitwohnsitz kaum sein. Heute wie damals, in den 1960ern. Der englische Kübelwagen-mit-Charme kommt an jedem Strand an. Entstanden ist er zufällig. Mini-Erfinder Alec Issigonis dachte sich, so ein minikleiner Land-Rover könne den Truppen in Übersee dienen. Doch der Moke wurde den Anforderungen der Armee oder ihrer Generäle nicht gerecht. Zwar ließ sich das Ding leicht verschiffen, auch mit Fallschirmen abwerfen – doch mit der geringen Bodenfreiheit, wenig Motorleistung und ohne Allrad fand es unter den uniformierten Machthabern keine Freunde. Daher wurde es zu einem Leben als Fun-Fahrzeug der Zivilbevölkerung verurteilt.

Cockpit des Mini Moke
Der Mini Moke wurde weltweit gebaut – und nicht überall gleich. Ein Beispiel: In unserem Fotomodell kann man sich anschnallen. Doch für die Montage der Sicherheitsgurte braucht der Moke einen Überrollbügel. Und den haben die englischen Modelle nicht.

Auf seine Art ist der Mini Moke perfekt. Eine Spritztour an der Küste der Costa del Sol, der Wind zerzaust einem das Haar – viel besser kann das Leben mit einem Zweitwohnsitz kaum sein. Heute wie damals, in den 1960ern. Der englische Kübelwagen-mit-Charme kommt an jedem Strand an. Entstanden ist er zufällig. Mini-Erfinder Alec Issigonis dachte sich, so ein minikleiner Land-Rover könne den Truppen in Übersee dienen.

DAS MILITÄR WOLLTE DEN ENGLISCHEN KÜBELWAGEN NICHT – DIE ZIVILBEVÖLKERUNG LIEBTE IHN UMSO MEHR

Doch der Moke wurde den Anforderungen der Armee oder ihrer Generäle nicht gerecht. Zwar ließ sich das Ding leicht verschiffen, auch mit Fallschirmen abwerfen – doch mit der geringen Bodenfreiheit, wenig Motorleistung und ohne Allrad fand es unter den uniformierten Machthabern keine Freunde. Daher wurde es zu einem Leben als Fun-Fahrzeug der Zivilbevölkerung verurteilt.

Gebaut wurde der Moke mehr als vier Jahrzehnte lang, fast 50.000 Mal in diversen Produktionsstätten weltweit. Der Markt gibt also einiges her. Die in Australien gebauten Exemplare genießen die größte Wertschätzung. Grauimporte sind ab € 3500 zu haben; allerdings kostet ein Exemplar, das ohne Generalüberholung auskommt, mindestens 6000.

WELTWEIT WURDE DER MINI MOKE FAST 50.000 MAL GEBAUT. UND DAS ÜBER 40 JAHRE LANG. DER MARKT IST ALSO NICHT DER KLEINSTE

Spätere Importe aus Portugal werden eher nachgefragt, denn sie wurden seit 1986 mit verbesserten Spezifikationen gebaut. Hier geht’s bei etwa € 7000 los, aber ein gut erhaltenes Stück dürfte mehr als € 12.000 wert sein. Die frühen englischen Exemplare – die britische Produktion lief 1968 aus – sind am teuersten. Selbst für die reparaturbedürftigen werden bei eBay stolze Preise aufgerufen. Für einen fahrbereiten Moke muss man etwa € 9500 berappen, für ein sauber restauriertes Stück rund €15.000.

Es ist von Vorteil, die unterschiedlichen Baureihen dieses Modells zu kennen, bevor man die Brieftasche zückt. Die frühen Wagen sind im Vergleich zu den australischen und portugiesischen Modellen spartanisch ausgerüstet. Und der Motor wurde über die Jahre hinweg mehrmals vergrößert. Obwohl die frühen Modelle generell bessere Preise erzielen, sollte man bedenken, die englischen Modelle verfügen über keine Überrollbügel – doch die sind nötig, wenn man Sicherheitsgurte montieren möchte. Erst die nach 1986 gebauten portugiesischen Exemplare hatten einen kompletten Überrollkäfig und Automatik-Gurte.

Motor des Mini Moke
Von 0 auf 100 in 27,9 Sekunden – das ist eine Hausnummer. Der knapp einen Liter große Vierzylinder leistet 39 PS bei 4750 U/min und sorgt für eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h.

Trotz vieler im Lauf der Jahre veränderten Details ist die Grundstruktur dieselbe geblieben. An oberster Stelle der Inspektionsliste sollte die Blechkontrolle stehen. Die englischen Mokes hatten nicht den geringsten Rostschutz. Die anfälligste Stelle findet sich dort, wo der Fahrwerksrahmen an die Heckverkleidung stößt. Seiten- und Bodenbleche sind ebenfalls rostanfällig. Motor, Getriebe und Fahrwerk stammen 1:1 aus der Mini-Produktion. Darum muss man sich also ganz zuletzt Sorgen machen.

SEIT 2013 IST DER MINI MOKE ZURÜCK – ALS AUSTRALISCH-CHINESISCHE PRODUKTION

Die oft etwas rauchigen Auspuffgase sind auf die Ventilbestückung zurückzuführen, aber während der Moke ein vergleichsweise seltener Vogel ist, gilt dies nicht für seinen Motor. Spezialisten finden sich überall, Ersatzteile gibt es reichlich – und günstig. Das wimmernde Getriebe ist auch aus dem Mini. Auch der Austausch von Motoren ist durchaus üblich. Hier empfiehlt sich am ehesten das Aufrüsten mit der 1,3-Liter-Maschine der A-Serie. Am wenigsten Ärger hat man mit dem gummiüberzogenen Federwerk der Aufhängung. Falls doch, dann ist auch hier dank der Verwandtschaft zum Mini Ersatz kein Problem.

Seit Ende 2013 sind wieder neu gebaute Mini Mokes erhältlich – allerdings ohne Zutun von Mini oder BMW. Eine australische Firma namens Mini Moke International hat sich mit dem chinesischen Autobauer Chery Motors zusammengetan, um recht originalgetreue Replicas zu vermarkten. Der Motor kommt aus dem kleinen Chery QQ und entwickelt 50 PS. Der neue Mini Moke verfügt weder über ABS noch über Airbags. Mehr für weniger Geld kriegt man bei den non-britischen Versionen. Die sind unter Kennern begehrt, und mit etwas Glück kann man sogar eine nachhaltige Investition landen.


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