#30, Ferrari 250, California Spyder, V12,
Klassiker

Ferrari 250 California Spyder – Traum auf Rädern

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Bueller?… Bueller?… Bueller?… Wenn Sie einer gewissen Altersgruppe angehören, dann kennen Sie sicher noch die 1986 verfilmte Highschool-Komödie »Ferris macht blau«. In den Hauptrollen: Jungschauspieler Matthew Broderick alias Ferris Bueller und ein Ferrari 250 California Spyder.

Nun, streng genommen kein echter Spyder, kam doch auf der Leinwand nur eine Replika aus Glasfaser zum Einsatz. Denn schon Mitte der 1980er war ein solcher Ferrari viel zu wertvoll, um ihn in einem Lowbudget-Film zu verheizen. Trotzdem half die Kopie, den Status des »Cal Spyder« als ultimativen Softtop-Klassiker zu zementieren. Selbst die Kopie des Ferrari 250 California Spyder aus dem Ferris-Film erzielte 2015 bei einer Auktion einen Erlös von immerhin 235.000 Dollar – nicht schlecht für die simple Glasfaser-Kopie des Klassikers.

#30, Ferrari 250, California Spyder, V12,
Je nach Achsübersetzung und Reifengröße erreichte ein California Spyder zwischen knapp 190 und gut 265 km/h. Doch besteht das Fahrerlebnis aus so viel mehr als der reinen Geschwindigkeit.

Echte California Spyder sind natürlich ungleich teurer. Das Exemplar aus der Baillon Collection (Ex-Alain Delon) kam 2015 bei Artcurials Rétromobile-Auktion für 14,2 Millionen Euro unter den Hammer. Und das für ein Auto mit Rost, Spachtelmasse, einem Interieur in Vinyl sowie Stoßfängern und Verdeckrahmen im nicht originalen Zustand. Doch das Baillon-Auto verfügte über eine Eigenschaft, die man für Geld nicht herbeizaubern kann: Glamour. Nach dem 250 GTO ist ein California Spyder einfach der begehrenswerteste klassische Ferrari aller Zeiten.

Aber wieso kann ein Auto so viel Geld wert sein? »Es ist halt DER ikonische Sammler-Ferrari«, weiß der in der Schweiz ansässige Ferrari-Historiker Marcel Massini. »Schon der Name California elektrisiert. Man stelle sich eine dieser offenen Raritäten in den Swinging Sixties an der Côte d’Azur vor! Alle Stars und VIPs hatten einen, und heute sind sie Must-haves für ernsthafte Sammler.«

Der Besitzer dieses speziellen Modells, Chassis-# 2277GT, stimmt zu. Und beeilt sich zu sagen, dass mehr hinter einem Ferrari 250 California Spyder stecke als nur das schöne Gewand. »Es ist der beste klassische offene und zweisitzige Ferrari«, sagt Paul Michaels vom Londoner Classic-Car-Händler Hexagon. »Es ist das gesamte Paket – ein 250 SWB mit abgesägtem Dach.« Und Paul muss es wissen, besitzt er doch seit vielen Jahren den hier abgelichteten #2277 GT und hat mit ihm bei europäischen Rallyes schon einige tausend Meilen zurückgelegt.

Selbst wenn ein California Spyder sich auf der Küstenstraße zwischen Monaco und Menton extrem zuhause fühlte, zielte er doch primär auf amerikanische Kunden – wie schon der Name suggeriert. Man erzählt sich, dass Luigi Chinetti – Ferraris US-Importeur und Gründer des North American Racing-Teams (NART) – oder sein Westküsten-Agent Johnny von Neumann die Idee zu einem Ferrari hatten, der am Strand von Santa Monica eine ebenso gute Figur wie auf der Rennstrecke von Laguna Seca machen würde. Pinin Farina hatte bereits auf Basis des 250 ein Cabrio gezeichnet und es 1957 auf dem Genfer Salon ausgestellt.

Text Mark Dixon // Fotos James Lipman // Bearbeitung Thomas Imhof

Lesen Sie die ganze Geschichte in OCTANE #30


Ferrari 250, California Spyder, Alfa 8C 2300, Abarth 1100 Sport Ghia, Maserati 3500GT, Lancia Aurelia

Diese Story finden Sie in OCTANE Ausgabe 30

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