#25, Buick, Riviera, Design-Ikone
Klassiker

Buick Riviera – Detroit-Style ohne Kompromisse

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Der Buick Riviera, mit dem der Autohersteller sich aus der damaligen Umsatz-Talsohle zog, wurde fast ohne Änderungen am Designentwurf in Serie gebaut. Damit wurde eine Designikone geschaffen, die so viele Produktionsstandards für die Zukunft wie kaum ein anderes Modell setzte.

Als mit dem viersitzigen Thunderbird 1958 das erste so genannte Personal Luxury Car auf den amerikanischen Markt kam, war dies ein Auto von Ford und nicht vom Marktführer GM. Ein Umstand, der in der Konzernzentrale umso schwerer wog, als 1961 bereits die zweite Modellreihe von Fords Erfolgsmodell herauskam und bei GM noch darum gerungen wurde, ob nun Cadillac oder Buick den Gegenspieler herausbringen darf, der unter der Projektnummer XP-715 bereits im Entstehen war. Als das Imperium dann endlich 1963, nach zwei halbherzigen Versuchen mit Oldsmobile und Pontiac, mit der Einführung des Buick Riviera zurückschlug, war eine amerikanische Automobil-Stilikone geboren, die erstaunlicherweise weder im Heimatland noch in Übersee die dauerhafte Aufmerksamkeit bekam, die ihr zustehen sollte.

#25, Buick, Riviera, Design-Ikone
Die Ansicht schräg von hinten betont die schnörkellose und elegante Seitenlinie des großen US-Coupés.

Dabei hatte der Wagen von GM Designchef Bill Mitchell und Ned Nickles alles mit auf den Weg bekommen, um das gesamte amerikanische Autodesign der späten 60er- und frühen 70er-Jahre zu beeinflussen. Mitchell, der unter dem ebenfalls neuen Präsidenten John F. Gordon bei GM, fast freie Hand erhalten hatte, wollte weg von dem »Jukebox Design« der 50er-Jahre, das auch bei Ford noch deutlich erkennbar war. Zusätzlich war Bill Mitchell ein überzeugter Amateur Rennfahrer und obendrein noch einer der wenigen amerikanischen Car Guys, die die europäischen Marken so ernst nahmen, dass sie sich daran orientierten.

Für Mitchell sollte sich das neue Auto deshalb in der Form an einem Rolls-Royce, in der Leistung an einem Ferrari und in der Verarbeitungsqualität an einem Mercedes messen können. Mit dieser brisanten Mischung aus der Einordnung des neuen Modells als viersitziges, zweitüriges Auto mit (amerikanischen) Mittelklassemaßen, aber Oberklasseluxus und sportwagenähnlichen Fahrleistungen, unter dem Druck des erfolgreichen Wettbewerbers, bei gleichzeitig neuer Führung im Konzern, war alles für ein großartiges Scheitern angelegt. Es gelang den Verantwortlichen aber tatsächlich, dem hohen Anspruch an das Lastenheft gerecht zu werden und in kürzester Zeit ein für seine Ära revolutionäres Auto zu bauen, welches in Ausstattung, Vermarktung und technischem Anspruch Vorbild für die kommenden Modellgenerationen werden sollte.

 

Text Sven Schrader // Fotos Ulrich Safferling

 Lesen Sie die ganze Geschichte in OCTANE #25


Porsche, 904/6

Diese Story finden Sie in OCTANE Ausgabe 25

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