#23
Klassiker

Mercedes 300d Cabriolet – Traumwagen der 50er-Jahre

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Mercedes-Benz 300d Cabriolet D >Adenauer<


Octane, #23, Jaguar E-Type, London, Mercedes 300D Cabriolet, MGA, Porsche 356, Alfa Giulietta, Vergleich, Alfa Romeo, Fiat 500, Belvedere

 

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Sternenkreuzer

Text Stefan Grundstoff  // Fotos James Lippmann

Der Adenauer als Cabriolet – vor mehr als 50 Jahren war das 300 d Cabriolet D der teuerste Mercedes, den man überhaupt kaufen konnte. Wer sich dieses Automobil damals leisten konnte, war ganz oben auf der sozialen Leiter angekommen.

Seine Modellbezeichnung ist unhandlicher denn je und an sich nennen ihn alle sowieso nur den Adenauer. Als ob die Daimler’sche Staatslimousine in den späten 50er-Jahren nicht schon spektakulär genug gewesen wäre, krönten die Schwaben ihre Sonderklasse mit einem viertürigen Cabriolet.

Hier im Orange County spielt Geld keine große Rolle – oder eben die einzige, ganz wie man will. Die Region zwischen Santa Ana und San Clemente hat abgesehen von spektakulären Wohnenklaven, spektakulären Ausblicken und spektakulären Golfplätzen nicht viel zu bieten. Die Golfclubs von Pelican Hill, Shady Canyon oder Costa Mesa kennt jedes Kind, und die 1934 gebaute California State Route Number One lässt Woche für Woche tausende von Touristen den süßen Duft von Reichtum, Küste, Meer und Noblesse inhalieren.

Oldtimer bevölkern die lokalen Straßen weit mehr als gesichtslose Toyota Camrys oder die allgegenwärtigen Gärtnermobile vom Typ Ford F-150. Mit einem betagten Porsche 911 S oder einem historischen Ferrari 275 bringt man hier niemanden dazu, von seinem güldenen iPhone aufzublicken.

So verwundert es nicht, dass unser graues Cabriolet an der Ampelkreuzung niemandem ernsthaft auffällt, obschon diese ebenso opulent wie grazil gezeichnete rollende Sonnenterasse hier kaum mal jemand zu Gesicht bekommen haben dürfte. Schließlich fährt nebenan doch noch ein Autofenster runter. »Was ist denn das für ein Auto? Ich glaube, mein Mann hatte auch einmal so einen«, jubelt eine aufgedrehte Mittfünfzigerin aus ihrem Range Rover herüber. »Mein Mann hat hier früher bei Siemens gearbeitet. Tolles Auto. Das werde ich ihm gleich erzählen.«

Wie alt der Ehemann der begeisterungsfähigen Amerikanerin auch sein mag: Dass sein Dienstwagen bei Siemens ein offenes Mercedes 300 d Cabriolet D war, muss dann doch ernsthaft bezweifelt werden – egal, wie erhaben seine Führungsposition gewesen sein mag. »Von dem Adenauer Cabriolet wurden 65 Stück gebaut. Wie viele es noch gibt, wissen wir nicht genau. Viele sind es aber sicher nicht«, erklärt Mike Kunz, Chef des Mercedes Klassikcenters in Irvine, eine halbe Stunde südlich von Los Angeles.

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Von der exklusiven Limousine gab es immerhin rund 3000 Stück. Zudem eine auf 5,64 Meter verlängerte Pullman-Version und nicht zu vergessen das Landaulet-Einzelstück, in dem sich der Papst gern zeigte. Cabrios und vier Türen, das ist, bei welcher Marke auch immer, eine Seltenheit.

Mercedes sponn 2007 das Thema mit der Konzeptstudie des viertürigen Ocean Drive weiter, der ein offener Maybach werden sollte. Doch die Marke Maybach starb 2012 und stand über Nacht zwei Jahre später wieder als Version der S-Klasse auf – allerdings nie als Cabriolet. Das Thema großes Luxus-Cabrio brachten die Schwaben in diesem Frühjahr erstmals für die S-Klasse auf den Markt, mit zwei Türen und ohne das doppelte M-Signet. Doch das hier ist das Original, ein Blech gewordener, luxuriöser Traum auf Rädern.

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