#31, Jägermeister, Ecke Schimpf, Günter Mast,Porsche, BMW, Ford,
Klassiker

Jägermeister-Rennwagen von Eckhard Schimpf

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Eckhard Schimpf hat zusammen mit seinem Sohn Oliver viele der legendären Jägermeister- Rennwagen des »Jägermeister Racing Teams« zusammen getragen, deren Tradition er mit der Firma ’72Stagpower‘ weiterleben lässt.

Es gibt Sätze, die verändern ein Leben und sind ein schöner Beweis dafür, dass die alte Erkenntnis »Wenn man glaubt, sein Leben planen zu können, dann lacht Gott nur« seine Berechtigung hat. Und ein Satz, der zu einer außergewöhnlichen Rennwagen-Sammlung führen sollte – doch dazu später. Also zurück in den Dezember 1972, als ein junger Braunschweiger bei der Rallye Monte Carlo mitfahren wollte und seinen Cousin um etwas Unterstützung bat. Und damit eine kleine Lawine lostrat, die sich in einigen orangefarbenen Jägermeister-Rennwagen manifestieren sollte.

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Ecki Schimpf in seiner Sammlung von Rennfahrzeugen des »Jägermeister Racing Teams«, deren Tradition er mit der Firma ’72Stagpower weiterleben lässt.

Die Idee mit der Lackierung im Jägermeister-Orange hatte Günter Mast. Der hatte in den Siebziger- und Achtzigerjahren als Geschäftsführer der Jägermeister-Gruppe nicht nur 1973 die Trikot-Werbung bei dem Fußballverein Eintracht Braunschweig eingeführt, sondern auch seinem Cousin Eckhard Schimpf zwei Jahre zuvor genehmigt, mit etwas finanzieller Unterstützung der Firma ein paar Rennwagen in Jägermeister-Lackierung auf die Rennstrecken zu schicken.

Dabei hatte »Ecki« Schimpf nur um 500 DM Zuschuss gebeten, um 1972 mit einem Porsche 914/6 an der Rallye Monte Carlo teilnehmen zu können – als Gegenleistung wollte er ein paar Jäger- meister-Schriftzüge auf dem Auto anbringen. Damals war Reklame auf Rennwagen gerade erst seit gut drei Jahren im Motorsport erlaubt und Mast sah die Chance: »500 DM sind so eine krumme Summe. Du kriegst 1000. Und wenn Du aus Monte Carlo zurück bist, melde Dich bei mir. Ich denke, wir sollten etwas besprechen.«

Zwar fiel der 914/6 bei der Rallye aus, aber das Gespräch mit Günter Mast fand natürlich statt. Eckhard Schimpf: »Und es lief toll.« Mast sagte: »Reklame ist doch erlaubt. Kauf Dir also irgend einen Rennwagen auf unsere Rechnung, verpflichte außerdem einen richtigen Star und noch ein Rudel anderer Fahrer drum herum.« Damit hatte das Leben von Ecki Schimpf eine unerwartete, niemals geplante Wendung genommen: »Vier Wochen später stand das Jägermeister Racing Team. Unser erster Star war Graham Hill, damals bereits zweifacher Formel-1-Weltmeister.«

Von nun an ging es steil aufwärts: Der junge Niki Lauda im BMW Alpina 3.0 CSL-Coupé, der 1973 die Fans mit seiner spektkulären Fahrweise zu Begeisterungsstürmen trieb oder der Brite Vic Elford, der mit einem 1000 PS starken Porsche 917 in Hockenheim in Jägermeister-Farben siegte. Endgültig zum Kult wurde Jägermeister dann aber in den Jahren 1974 bis 1977, als Hans- Joachim »Striezel« Stuck im March Formel 2 die Fans mit seinen spektakulären Fahrten begeisterte. Wer damals miterleben konnte, wie 100.000 Menschen in Hockenheim tobten und die Feuerwerks- raketen in den Himmel schossen, wenn Stuck als Führender ins Motodrom einbog, würde heute jedes Rolling Stones-Konzert als nette Abendunterhaltung bezeichnen. Dazu kamen von 1976 bis 1978 die Jägermeister Max Moritz-Rennwagen.

Es war nicht immer leicht, seine alten Rennwagen wiederzugeben finden und sie von den aktuellen Besitzern zurück zu kaufen, doch das Ergebnis kann sich sehen lassen: Neben dem 914/6, mit dem die Jägermeister-Rennhistorie begann, finden sich in der Sammlung Jägermeister-Rennwagen von Ford, BMW, March-Cosworth und March-Formel 2 und anderen Herstellern.

Text Jürgen Lewandowski // Fotos  Kai-Uwe Knoth

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