Patrick Marinoff, Managing Director ALPINE Group Renault
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Corona-Call mit Patrick Marinoff, Managing Director ALPINE

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Wollten Sie nicht immer schon mal einen ganz kleinen, heimlichen Blick in die private Arbeits- und Lebenswelt der Designer, Marketing-Chefs und CEOs der bedeutenden Automobilhersteller werfen? Voila, Corona macht’s möglich!

Gerade bei Designern, Marketing-Chefs und CEOs vermutet man ja eine gewisse berufsbedingte Achtsamkeit im Umgang mit dem Eigenimage. War das bisher vor allem durch Kleidung, Stil und Accessoires bestimmt, so kommt seit Corona eine ganz neue Facette dazu: Die Videokonferenz Kamera am Laptop erlaubt uns eine ganz neue Form der Intimität – einen Blick ins private Homeoffice. Zugegebenermaßen nur ein Schlüssellochblick. Aber ist es nicht gerade dieser beschränkte Blickwinkel, der den Blick durchs Schlüsselloch so interessant macht? Weil uns damit – je nach Perspektive – nur ein kleiner Ausschnitt preisgeben wird und Raum für Deutung, Vermutungen, Fragen offen bleibt:

Was schließen wir aus dem Bild, das uns unser Video-Gegenüber mit seiner Laptop-Kamera freigibt? Wie mag es wohl im Rest der uns verborgen bleibenden Lebenswelt aussehen? Was hat ihn motiviert, sich in dieser Umgebung vor der Kamera zu präsentieren? Gedankenlosigkeit, nichts? Oder wurde bewusst positioniert, zurechtgerückt, vielleicht sogar inszeniert? Sollen uns einzelne Details etwas sagen?

Genügend Raum für Fragen, die wir Designern, Marketing-Chefs und CEOs einfach mal gestellt haben. Heute treffen wir uns zum Corona-Call mit Patrick Marinoff, Managing Director ALPINE Group Renault.

Patrick Marinoff, Managing Director ALPINE Group Renault
Patrick Marinoff sitzt zum Corona-Call im Bibliotheksbereich seines alten Künstler-Hauses in Stuttgart, das er vor zehn Jahren mit seiner Frau umgebaut hat.

Was inspiriert Sie, wenn Sie in Zeiten wie diesen im Homeoffice sitzen?

Mich inspiriert der Blick aus dem Fenster auf die erwachende Natur im Frühjahr. Dann denk ich gleich an meine blaue Alpine A110, die vor dem Haus ungeduldig auf mich wartet und freue mich  – nach den Wochen im Homeoffice – schon sehr auf die nächste gemeinsame Ausfahrt über die legendäre Schwarzwaldhochstrasse.

Was fehlt Ihnen, oder was geht am heimischen Schreibtisch besser, als im Büro?

Mir fehlt der direkte menschliche Kontakt und die Dynamik von persönlichen Begegnungen. Besser geht sicher das konzentrierte Arbeiten. Allerdings führt auch das nur durch den Austausch mit anderen zu wirklich runden Ergebnissen und diesen Austausch muss man sich im Homeoffice eben viel bewusster holen.

Was tun Sie, um sich das Arbeiten in dieser Situation angenehm zu machen?

Sportliche Kleidung, guten Cappuccino mit frischer Bauernmilch und ja, ich nutze leider zu oft auch die Gelegenheit mal schnell etwas aus dem Kühlschrank zu stibitzen. Was auch sehr angenehm ist: Ab und zu mal die Beine hochlegen, damit Gedanken frei fließen können und man die Dinge auch mal aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. 

Was wollen Sie uns mit dem Bildausschnitt sagen, den sie uns mit ihrer Laptop-Kamera freigeben?

Der Schreibtisch steht bei uns im offenen Bibliotheksbereich. Der offene Raum hilft mir beim Denken und ich nutze hier die Gelegenheit ins Bücherregal zu greifen. Hier stehen Werke von Autoren, die mich als Mensch berührt haben und von denen ich den ein order anderen bereits persönlich kennen lernen durfte. Auf der Suche nach Inspiration greife ich auch gern nach Bildbänden z.B. von David Lachapelle mit dem ich schon einige Projekte realisieren konnte, die moderne Kunst und Automobil verbinden.

Was sehen wir da im Hintergrund?

Im Hintergrund sehen Sie einen Teil des offenen Erdgeschosses des alten Stuttgarter Künstlerhauses, das ich vor 10 Jahren gemeinsam mit meiner Frau umgebaut habe. Man sieht unter anderem auch ein Photo meiner Familie. Unser 17-jähriger Sohn Maximilian lebt gemeinsam mit mir in Paris und besucht dort die internationale Schule. Tristan, unserer 14-jähriger, hält mit meiner Frau, die das Personalmarketing bei Porsche verantwortet, zu Hause in Stuttgart die Stellung. 

Was geben diese Dinge von Ihrer – bisher vielleicht unbekannten – privaten Persönlichkeit als Videokonferenz-Gegenüber frei? 

Das Gesamtbild zeigt – vielleicht deutlicher als im Arbeitsalltag – dass ich wie ganz viele andere auch Manager und Familienmensch zugleich bin. Es zeigt ein Arbeitsumfeld, das aber eigentlich ein Zuhause ist. Gerade in den heutigen Zeiten macht es daher deutlich, wie wichtig mir ein Rückzugsort ist, an dem man in Zeiten wie diesen eng zusammenrücken kann um Kraft zu tanken. Aus dieser Stärke heraus, werden wir die großen Herausforderungen auch gemeinsam meistern.

Die Interview-Fragen stellte OCTANE-Herausgeber Berthold Dörrich

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