#27, Range Rover, Geländewagen, SUV, Cornwall
Klassiker

Range Rover – Spurensuche in Cornwall

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Das Sammlerinteresse am Range Rover ist ungebrochen. Mit einem frühen Zweitürer fuhren wir an den Originalschauplatz des Pressetermins zur Präsentation der ersten Serie von 1970.

Inmitten eines spektakulären Sonnenaufgangs an der Südküste Cornwalls zeichnet sich die klare Silhouette eines frühen Range Rover ab. Dieses lässig auf dem Sand geparkte Exemplar ist eine Ikone. Denn der Range Rover hat Berge erklommen, Wüsten durchquert und den Automobilmarkt revolutioniert. Außerdem entwickelt er sich seit einigen Jahren zum heißbegehrten Sammlerobjekt. Wie groß das Interesse ist? Sucht man ein frühes Modell, sollte man mit sechsstelligen Preisen rechnen.

#27, Range Rover, Geländewagen, SUV, Cornwall
»MIT DEM GROSSZÜGIGEN RAUMGEFÜHL DES ERSTEN RANGE ROVER KANN KEIN MODERNER WAGEN MITHALTEN«

Abseits des Strandes steht ein neuer Range Rover und wirkt ein bisschen überflüssig. Dem Klassiker ist er zwar in jeder Hinsicht überlegen – besser im Gelände, schneller, leichtgängiger, sicherer, mondäner – aber er ist eben einfach zu breit, um die Betonpoller zu passieren, die den Privatstrand von Bream Cove säumen. Das ist schade, weil dieser Ort Range Rover-Geschichte atmet!

Die Betonrampe wurde im Juni 1970 in höchster Eile eigens für die Pressevorstellung des Ur-Range Rover gebaut. Die zwanzig handverlesenen Journalisten sollten ihre Fotos schließlich aus nächster Nähe schießen können. Ein paar hundert Meter von hier im Meudon Hotel hatten sie sich damals alle eingefunden, um dem großen Ereignis beizuwohnen. Sie konnten noch nicht ahnen, dass dieses British Leyland-Modell sich so erfolgreich entwickeln würde. Dabei sind Range Rover nicht nur die begehrtesten und luxuriösesten Nutzfahrzeuge, sondern auch bei Weitem die vielseitigsten Wagen ihres Segments. Wir wollen heute die Spuren der Journalistenmeute zurückverfolgen und genau wie diese im Hotel Meudon einchecken. Das Meudon wird heute von Gaye Woods geführt. Sie zählt den Pressetermin zu ihren Kindheitserinnerungen.

Mit unserem frühen Range Rover wollen wir die original Teststrecke der Jungfernfahrt absolvieren. Wir wollen die Rugged Blue Hills-Mine an der Nordküste besuchen, die Off-Road Demonstra- tionen des Fahrverhaltens nachstellen und alle Schauplätze des Publicity-Fotoshootings besichtigen. Bis hin zum St. Eval Airfield-Gelände, wo damals die Beschleunigungstests absolviert wurden. Ein ganz schönes Programm! Unser Ziel ist es, den Range Rover genauso zu erleben, wie er vor 46 Jahren vorgestellt wurde. Am Ende dieser Tour werden wir genau wissen, worin seine Faszination besteht und was das Fahren mit ihm so besonders macht.

Keine Frage, wer uns dabei am besten hilfreich zur Seite stehen würde. Roger Crathorne, einer der drei Ingenieure des ursprünglichen Entwicklungsteams, war definitiv unsere erste Wahl. Richtig gelesen: drei Männer schafften es im Alleingang diese Ikone produktionsreif zu bekommen – sieht man einmal ab vom Stylingteam unter der Leitung von Gordon Bashford. Der arbeitete bis zu seiner Pensionierung vor zwei Jahren immer noch für das Unternehmen. Zu diesem Zeitpunkt war er allerdings sowieso schon »Mr. Land Rover«, DER Range Rover-Geschichtsschreiber und Off- Road-Guru, der seinem Titel nach wie vor alle Ehre macht.

Der einzige andere ernsthafte Anwärter auf den vergebenen Titel »Mr. Land Rover« ist zweifellos der Australier Michael Bishop, heute bei Land Rover Classic in Solihull. Zuvor hatte er fünf Jahre als Coach in der Land-Rover-Experience-Abteilung gearbeitet. Mehr als 25 Jahre Eigentümer-Erfahrung hat er bis heute vorzuweisen und einige Bücher zum Thema verfasst. Er ist der Autor des Standardbuchs über den ursprünglichen Land Rover-Entwicklungsingenieur Arthur Goddard »They Found Our Engineer« und außerdem ein Vorbesitzer des frühen Range Rovers, den wir hier fahren. Er ist freundlicherweise extra angereist, um dabei zu sein.

Der Star unserer Unternehmung ist allerdings der Range Rover im Farbton Bahama Gold. So thront er auf dem Strand, in Licht getaucht, das sich im Wasser bricht und auf den Verzierungen und den großformatigen Glasflächen funkelt. Er ist sich seiner Schönheit gar nicht bewusst. Die Range Rover-Ästhetik ist sachlich, mutet fast ein wenig industriell an und zugleich hinreißend originell.

Diese Erfahrung beginnt schon beim Türgriff. Das sagt man gern so – hier ist die Bezeichnung hundertprozentig angebracht. Aufrecht, klobig, industriell und speziell, ohne Glamour. Dabei so zweckmäßig, wie er überhaupt nur sein kann. Und dann kommt der Aufstieg in den Fahrersitz und der Eindruck von Luftigkeit. Der Sitz ist nach heutigen Standards bemessen nicht besonders hoch, die Mitte des Wagens ist aber so niedrig, dass die Fensterunterkante an der oberen Hälfte meiner Oberschenkel ansetzt.

Text David Lillywhite // Fotos Justin Leighton // Übersetzung Nadja Gremmel


#27, AC Cobra, Shelby, Bristol, CSX2000

 

Die ganze Story finden Sie in OCTANE Ausgabe 27

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