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Maybach 57/62 – Der Traum vom Revival der Luxusmarke

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Während Ferdinand Piëch davon träumte, mit dem Phaeton die beste Limousine der Welt zu bauen (siehe dazu OCTANE 42/19), wollte ein Weltkonzern aus Stuttgart mit der Maybach Manufaktur die beste Marke zur »Hochzeit im Himmel« kreieren.

Die Daimler AG hat sich seit den 90er-Jahren so manchen geschäftlichen Patzer erlaubt, der Milliarden kostete. Die geplante Welt-AG ist passé, Smart wird künftig aus China dirigiert und so manche Beteiligung an internationalen Großkonzernen ist beinahe vergessen. Die größte Versuchung der schwäbischen Allmachtgedanken war jedoch die Wiederbelebung der Marke Maybach zum Wechsel des Jahrtausends. Daimler wollte seiner Sternenmarke Mercedes mit dem Maybach-Signet vor 20 Jahren die strahlende Krone aufsetzen. Doch der scheinbar perfekte Plan platzte und die Maybach-Modelle standen sich die Reifen platt. Mittlerweile ist Maybach nur noch eine Ausstattungsvariante der Mercedes S-Klasse. Doch die Modelle der ersten Generation dürften bald Sammlerwert haben – nicht nur, weil diese besonders selten sind.

#47, Maybach, Horch, Luxuslimousine, Mercedes-Benz
Zur Markenpremiere in New York wurden je ein Typ 57 und ein Typ 62 auf der Queen Elisabeth II von Europa in die USA transportiert.

Das Hauptproblem: Die elitäre Kundschaft verstand den historischen Bezug der Marke Maybach zu seinem Namensgeber Wilhelm Maybach nicht und andere Luxusmodelle von Rolls-Royce oder Bentley machten schlicht mehr her. Dabei war Maybach einmal das automobile Gegenstück zur Weltwirtschaftskrise. In den 20er- und insbesondere den 30er-Jahren zeigten die Schönen und Reichen allzu gerne, was sie hatten; eine exklusive Luxuslimousine von Horch, Mercedes-Benz oder Maybach war selbstverständlich. 

#47, Maybach, Horch, Luxuslimousine, Mercedes-Benz

Gut 70 Jahre später gab es bereits zum Start der beiden Modelle der »neuen Marke« konzeptionelle Fehler. So basierten die Maybach-Modelle auf der S-Klasse (W 220) der Jahrtausendwende. Viele technische Module gingen sogar auf das Vorgängermodell der Baureihe W 140 zurück, das Ende der 80er entwickelt wurde. Zudem wurde bei den Panzerungen geschlafen. Da die Maybach-Modellreihe als reines Luxusfahrzeug und nicht als Staatslimousine konzipiert wurde, konnte sie nicht als Panzerversion geordert werden und war für viele Staatsoberhäupter damit außen vor. Und auch ein strahlend weißes Landaulet als nachgelieferte Karosserievariante für Sonnenanbeter oder eine Sonderauflage mit dem traditionsreichen Namen Zeppelin weckten auch in den elitärsten Gegenden keine rechte Kauflust. Dabei hätten gerade die sich nur allzu gerne in den klimatisierten Liegesesseln durch die Lande chauffieren lassen oder den Blick auf den illuminierten Sternenhimmel im Dach gerichtet.

Wer bisher nur von einem Maybach träumen konnte, darf sich mittlerweile jedoch freuen. Die elitären Einzelstücke werden bezahlbarer und die Technik ist ebenso grandios wie die Ausstattung. Viele Fahrzeuge wurden perfekt gewartet und waren allein im Chauffeurdienst im Einsatz; andere dienten als echte Kilometerfresser. Wer sich für einen der Maybach 57 oder 62 interessiert, bevor der Name zur Ausstattungsvariante der S-Klasse verkam, sollte langsam zugreifen. Viel günstiger wird es kaum werden. 

Text: Stefan Grundhoff
Fotos:
Daimler AG

Lesen Sie in OCTANE #47, warum der neue Maybach ein begehrtes Sammlerstück werden könnte.

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