Szene

Endlich 30! Drei spannende »neue« Oldtimer – und worauf Sie vor dem Kauf achten sollten

Vorherige Story
Nächste Story

Das Jahr 2021 erweitert wieder den Kreis der Oldtimer, die nun erstmals ein H-Kennzeichen erhalten können. Damit werden auch für Oldie-Freunde mit verschieden großen Geldbeuteln Träume wahr. Schauen wir uns einige der Neuen doch einmal genauer an.

WER ERINNERT SICH noch an das Jahr 1991?  Nicht nur der Kuwait-Krieg, der Gletschermann Ötzi und eine neue Bundesministerin namens Angela Merkel machten damals Schlagzeilen, sondern auch im Automobilbereich gab es einige Neuigkeiten: Die Produktion des Trabant sowie auch des Opel Kadett wurden eingestellt. Dafür startete der Golf 3 seine Erfolgsgeschichte – insgesamt über 4,8 Millionen Stück sollten von ihm bis 1997 verkauft werden. Schauen wir uns aber mal drei aus meiner Sicht besonders spannende Modelle an, die ebenfalls erstmals 1991 auf den Markt kamen und jetzt Oldtimer-Status erlangen – reif fürs H-Kennzeichen!

Der italienische Golf – aber der Lancia Delta hatte noch mehr Power.

Lancia Delta Integrale Evoluzione 

Im Spätsommer kam dieser dynamische Italiener auf den Markt, kurz Delta Evo genannt. Dank seiner konstruktiven Qualitäten und energischer 210 PS bietet der Evo einen hohen Fahrspaß. Nicht ohne Grund ist der Lancia Delta mit sechs Weltmeistertiteln bis heute das erfolgreichste Rallye-Modell aller Zeiten. Auch aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass er sich durch ein bombastisches Fahrwerk auszeichnet. Gut erhaltene Exemplare findet man heute immer wieder. 

Gegenüber dem S-Klasse-Vorgänger W 126 wirkte der W 140 sehr wuchtig.

Mercedes-Benz S-Klasse (W140) 

Dieses »Dickschiff« wurde anfangs viel gescholten, insbesondere wegen der »elefantösen Ausmaße« von bis zu 5,21 Metern Länge und 1,88 m Breite, wie ein Kritiker schrieb. Aus heutiger Sicht ist das relativ, viele moderne Autos sind inzwischen größer. Die Doppelverglasung brachte eine legendäre akustische Dämmung, zahlreiche Assistenzsysteme und ein ausgereiftes Fahrwerk sorgten für hohen Komfort. Erstmals kam mit dem 6,0-Liter-Motor wieder ein Zwölfzylinder in einem Personenwagen zum Einsatz. Ich selber fuhr ein solches Modell, das es heute für wenige Tausend Euro in gutem Zustand gibt – und kenne kein anderes Fahrzeug mit einem vergleichbar hohen Reisekomfort. 

Zum 110. Geburtstag von Ettore Bugatti wurde der EB 110 vorgestellt – das damals schnellste Auto der Welt.

Bugatti EB 110 

Mit diesem sehr exklusiven Supersportwagen wurde die legendäre Marke erstmals seit 1956 wieder zum Leben erweckt. Er galt damals als der technisch am weitesten fortgeschrittene Sportwagen und wurde am 15. September 1991 vorgestellt – dem 110. Geburtstag von Ettore Bugatti. Dank V12- Motor, Carbon-Monocoque, Allradantrieb und vierfachem Turbolader war der EB 110 seinerzeit mit einer Höchstgeschwindigkeit von 351 km/h das schnellste Serienauto der Welt – eine Sensation! Insgesamt entstanden nur 128 Exemplare – aber immer wieder kann man eines davon ergattern. 

Worauf sollten Sie vor dem Kauf achten? 

Modell studieren und Expertenwissen mitnehmen
Informieren Sie sich vorab genau über die typischen Eigenheiten und Schwachstellen des anvisierten Modells, etwa in Online-Foren. Nehmen Sie sich – insbesondere bei hochpreisigen Modellen – jemanden vom Fach mit, der das Fahrzeug ganz genau unter die Lupe nimmt. Kontakte zu Experten können Sie gut über Clubs erhalten. 

Gebrauchswert prüfen 

Falls Sie den Oldtimer nicht nur zum Anschauen in die Garage stellen wollen, rate ich stark dazu, eine mindestens einstündige Probefahrt zu machen. Ob Sie sich im Fahrzeug wohlfühlen, können Sie bereits erkennen, wenn Sie etwas länger im Stand drinsitzen: Haben Sie eine angenehme Sitzposition? Eine gute Übersicht? 

H-Abnahme sicherstellen 

Der Oldie sollte auf jeden Fall die Kriterien erfüllen, um ein H-Kennzeichen erhalten zu können – und dazu zählt ein Zustand von mindestens 3, der auch nah genug am Original ist. Schließlich zahlen Sie mit einem »H« auf Ihrem Kennzeichen eine niedrigere Kfz-Steuer und können auch ohne Plakette in Umweltzonen fahren. Noch dazu profitieren Sie von günstigeren Versicherungsbedingungen. Apropos, unter hiscox. de/classic-cars können Sie sich bequem online über die verschiedenen Absicherungsmöglichkeiten für Ihren Oldtimer informieren. 

 

Text Rainer Peukert // Fotos: FCA, Mercedes-Benz, Bugatti

Rainer Peukert ist nicht nur ausgebildeter Kfz-Mechaniker und Sachverständiger, sondern seit über 40 Jahren Oldtimer-Enthusiast, Sammler und Rallye-Fahrer. Seit 2016 ist er für Hiscox in München tätig, hilft bei der individuellen Versicherung von Oldtimer-Sammlungen und in der Schadenbearbeitung. Haben Sie Fragen rund um die Versicherung von Oldtimern? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail: versicherungsfragen@ octane-magazin.de 

Noch mehr spannende Geschichten lesen Sie in OCTANE #51

Noch mehr Geschichten über großartige Klassiker finden Sie in diesen Ausgaben

Oder bestellen Sie sich OCTANE ganz bequem im Abo nach Hause

Vorherige Story
Nächste Story
0 Shares

Comments are closed.