Arnim Gleichmann fährt ein Auto, das es so niemals gegeben hat. Ein Rennwagen frei nach dem berühmten Motto »what if«: Seinen MGB GT V8 hätte es auch so als Sebring-Rennwagen geben können – aber erst er hat ihn realisiert.

Shooting-Brake von Pininfarina
Zu seiner Zeit war der MGB einer der erfolgreichsten Sportwagen der Welt. Mehr als eine halbe Million Exemplare wurden von der British Motor Company (BMC) ab 1962 bis 1980 hergestellt – fünfmal so viel wie vom Vorgänger MGA, der immerhin vom Roadster-Boom der Nachkriegsjahre profitierte. Aber erst der MGB machte den Schritt in die Moderne mit einer selbsttragenden Karosserie, einem niedrigen Gewicht, mehr Platz und mehr Komfort. Man könnte auch sagen, mit dem MGB wurde der Roadster gesellschaftstauglich und war kein Sportgerät mehr für rustikale Männer.
Zunächst erschien 1962 der Roadster, das mit rund 400.000 Exemplaren am häufigsten gebaute Modell. Mit einem 1,8-Liter-Vierzylinder standen 95 PS parat, die sportliche Fahrleistungen entfachten. 1965 folgte das von Pininfarina entworfene MGB-Kombi-Coupé, GT genannt. Ein 2+2-Sitzer, bei dem die schmale Rückbank von den Reisenden erhebliche Zugeständnisse an den Komfort verlangte. Aber die Heckklappe und der größere Kofferraum waren ein Kaufargument.

Rarität GT mit Achtzylinder
Speziell war, dass der GT die Bodengruppe des Roadsters übernahm, obwohl ihm das Dach zusätzliche Stabilität brachte. Das machte den GT extrem steif und – renntauglich, denn Handling und Gewichtsverteilung waren besser als im Roadster. Stattliche 125.000 Einheiten des attraktiv gezeichneten Coupés wurden gebaut. Davon 2591 Stück (plus rund 200 Prototypen des Rennfahrers und Tuners Ken Costello) als besonders attraktive V8-Version, die von 1973 bis 1976 hergestellt wurde. Der MGC in der Sebring-Rennversion hatte dagegen nur einen Sechszylinder.
Wenn Arnim Gleichmann in Braunschweig seinen MGB GT in stone grey anwirft, hört man sofort, dass hier kein serienmäßiger Vierzylinder seinen Dienst verrichtet. Es klingt nicht fauchend oder kreischend, sondern dumpf grollend wie ein Bär, der in seinem Winterschlaf gestört wird. Das ist er, der Achtzylinder. Allerdings nicht der originale 3,5 Liter von Rover mit vergleichsweise sparsamen 137 PS, also weniger als der Sechszylinder im MGC. Sondern ein auf vier Liter aufgebohrtes Aggregat, das ungefähr 310 PS abgibt. »Ungefähr, gemessen haben wir das nicht, aber man spürt es«, sagt Gleichmann grinsend und gibt Gas.





Text Ulrich Safferling // Fotos Stephan Lindloff
Das ganze Portrait über den MGB GT V8 »Sebring« lesen Sie in OCTANE #81
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