Dieser einzigartige Hispano-Suiza H6C »Tulipwood« hat 2025 den Pebble-Beach-Concours gewonnen. David Burgess-Wise erzählt seine bemerkenswerte Geschichte.

Best of Show 2025
»Er ist wie ein edles Möbelstück«, sagte Lee Anderson Sr., nachdem sein 8,0-Liter-Hispano-Suiza H6C »Type Sport« beim Pebble Beach Concours d’Elégance 2025 zum »Best of Show« gewählt worden war. »Zuhause werden wir ihn im Wohnzimmer aufstellen und uns reinsetzen«, so der stolze Besitzer aus Naples, Florida. Die Mahagoni-Karosserie seines Hispano war beim Concours ein Publikumsmagnet und beeindruckte offensichtlich auch die Jury: Das Auto stand in harter Konkurrenz zu einem 1933er 4½-Liter Invicta S-Type mit Corsica Drophead Coupé-Karosserie, einem zweisitzigen Maybach SW38 Spohn Sport von 1939 und einem offenen Maserati 200SI Fantuzzi Baujahr 1956. Doch schon als die Finalisten am Fuße der letzten Rampe aufgereiht waren, ragte der Hispano buchstäblich und physisch über alle anderen hinaus.
Tulpenholz ist trotz seines exotischen Namens ein Pappel-Hartholz (Liriodendron tulipifera) aus dem Osten der Vereinigten Staaten, das laut einem Holzhändler »häufig für Küchenschränke verwendet wird«. Holzarbeiter schätzen es wegen seiner Widerstandsfähigkeit gegen Risse beim Nageln. Im Verhältnis zu seinem geringen Gewicht ist es sehr stabil und ideal zum Laminieren.

Holzkarosse in Torpedoform
Die leichte Karosserie, die André Dubonnet (1897–1980) – Kampfpilot im Ersten Weltkrieg, Gentleman-Racer, Erfinder der Dubonnet-Federung und Pionier der Solarenergie, Olympia-Teilnehmer in St. Moritz 1928 und Spross der gleichnamigen Aperitif-Dynastie – bei Nieuport-Astra in Argenteuil in Auftrag gab, wurde mit nur 3,2 Millimeter dicken Streifen aus honduranischem Mahagoni verkleidet. Ein für seine rötlich-braune Farbe mit goldenen Schimmer bekanntes Gewächs, geschätzt für Möbelbau, Musikinstrumente und Schiffbau. Und dann mit 8500 Aluminiumnieten in Flugzeugqualität an der darunter liegenden Tulpenholz-Rahmenkonstruktion befestigt.
Jeder Niet wurde von Hand durch winzige Messing-Unterlegscheiben gehämmert, um sie auf der Innenseite zu sichern (das gelbe Leuchten des Lacks lässt die Niete wie Messing aussehen). Die Form erinnerte mehr an ein Boot als an ein Auto. Designer Henri Chasseriaux zog die Linien so stromlinienförmig, dass der Wagen wie ein Torpedo auslief. Das Beste daran: die Karosserie wog inklusive Mahagoni-Verkleidung nur etwa 72 Kilo – Metallkarossen aus jener Zeit brachten oft das Vier-bis Fünffache auf die Waage.





Bearbeitung Thomas Imhof // Fotos Josh Sweeney
Die ganze Historie zum Hispano-Suiza H6C lesen Sie in OCTANE #81
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