Steve Mc Queens Maschinen
Legenden & Ikonen

Steve McQueen: Der Frauenschwarm, Kinoheld und Rennfahrer im Porträt

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Steve McQueen gehörte in den 1960er und 1970er Jahren zu den populärsten Filmschauspielern der USA und ist einem breiten Publikum bekannt – obwohl er nie eine Schauspielschule besuchte. Er wurde unter dem bürgerlichen Namen Terence Steve McQueen am 24. März 1930 geboren und wuchs zu Beginn der großen Weltwirtschaftskrise in Slater (Missouri) auf. Nach schwieriger Jugend und Lehrjahren in der Marine stieg er zum Kinohelden, Frauenschwarm und zur Stilikone auf: 50 Jahre Vollgas auf zwei und vier Rädern.

Kindheit als schwer erziehbarer Jugendlicher

Sein Vater verließ nach sechs Monaten die Familie, McQueen sollte ihn nie wiedersehen. Seine dem Alkohol und immer neuen Männerbekanntschaften zugetane Mutter Julia Ann brachte ihren Sohn erst auf der Farm seines Onkels Claude unter und schickte den 14-Jährigen mit dem Umzug nach Kalifornien in ein Heim für schwer erziehbare Jugendliche.

Im Alter von 17 Jahren verbrachte Steve McQueen drei Jahre beim US Marine Corps, in denen McQueen mehrmals wegen Verfehlungen degradiert wurde. 1948 rettete er aber bei einem Übungseinsatz in der Arktis fünf Männern einer Panzerbesatzung das Leben. Nach ehrenhafter Entlassung folgten seine wilden New Yorker Jahre in einer unbeheizten Wohnung ohne Warmwasser und einem Fahrrad als Fortbewegungsmittel.

Traumberuf Schauspieler: Die erste Rollen beim Film

Steve McQueen wollte Schauspieler werden. Diesem Traum kam er dank Unterstützung von Neile Adams, die er 1955 quasi im Handstreich in Mexiko heiratete, langsam näher. Die erfolgreiche Tänzerin nutzte ihre Kontakte und verschaffte dem jungen Draufgänger mit den stechend-stahlblauen Augen eine kleine Rolle in einem Boxerfilm. 1957 folgte die erste Hauptrolle im Science Fiction B-Movie “Blob – Schrecken ohne Namen”. Einem breiten Publikum bekannt wurde McQueen mit der TV-Serie “Wanted: Dead or Alive”, in der er in 94 Folgen einen Kopfgeldjäger spielte. Doch McQueen drängte es zum Kino, und im Western “Die glorreichen Sieben” stahl er dem damals berühmteren Yul Brynner die Schau.

Inzwischen mit Neile in ein nobles Anwesen in Brentwood (Kalifornien) gezogen, formte sich nach und nach der Mythos vom »King of Cool«: Mit »Kanonenboot am Yangtse-Kiang« (seine erste und einzige Oscar-Nominierung), der »Thomas Crown Affäre« (mit dem längsten Kuss der Filmgeschichte) und 1968 »Bullitt« mit der besten Car Chase der Filmgeschichte bewies er in unterschiedlichsten Rollen hohe Schauspielkunst.

Steve McQueen Porsche Speedster

Der erste eigene Wagen war ein schwarzer Porsche 356 Speedster

Mit seinen ersten Gagen als Schauspieler stieg McQueen vom Fahrrad auf einen Porsche um. Der erste eigene Neuwagen, den sich McQueen leisten konnte, war ein schwarzer Porsche 356 Speedster 1600 Super, der sich bis heute im Besitz der Familie befindet. Mit diesem Wagen fuhr der King of Cool sein erstes offizielles Autorennen in Santa Barbara und konnte sich gleich den Klassensieg sichern. Sowohl innen als auch außen beinahe ganz in Schwarz gehalten, ist der McQueen Speedster zu einem seltenen Klassiker geworden.

“Ich werde bei hoher Geschwindigkeit locker”

McQueen baute sich neben seiner Film- auch eine Rennfahrerkarriere auf. 1964 gehörte er bei der Sechstagefahrt in Erfurt (DDR) zum US-Motorradteam und bereits 1959 trat er mit einem Porsche Speedster beim SCCA-Rennen an. “Ein Schauspieler ist eine Marionette, manipuliert von einem Dutzend anderer Leute. Autorennen haben Würde”. Mit dieser Einstellung ging er 1970 in die Dreharbeiten von »Le Mans«, gedacht als ultimativer Motorsportfilm und heute (nur) von Petrolheads bewundert.

Zäsuren im Leben von Steve McQueen

Mit 40 war McQueen pleite und geschieden. »Es war ein Blutbad«, sagte er selbst. Aber er schüttelt sich, heiratete die durch »Love Story« bekannt gewordene Aktrice Ali McGraw. Auch als Schauspieler konnte er sich wieder behaupten und spielte in Streifen wie “Flammendes Inferno”, für den er 14 Millionen Dollar kassierte. Fernab von Hollywood sah man ihn noch in “Der Volksfeind” (nach Henrik Ibsen), im Spätwestern “Ich, Tom Horn” und in “The Hunter”, in dem er nochmal einen Kopfgeldjäger spielte

In der Liebe gab es weniger Beständigkeit. 1978 trennte sich McQueen von McGraw und zog mit dem 24 Jahre jüngeren Fotomodell Barbara Minty zusammen. Sie führten ein ländliches Leben auf einer Farm und in einem Flugzeughangar. Erst 50 Jahre alt, starb McQueen am 7. November 1980 in einer Klinik für alternative Heilmethoden in Mexiko an Brustfellkrebs. McQueens Asche wurde aus seinem alten Doppeldecker Boeing Stearman über dem Pazifik verstreut.

Lesen Sie im aktuellen OCTANE-Magazin das vollständige Portrait von Steve McQueen. Zahlreiche Wegbegleiter erinnern sich in Büchern an ihn, in denen verschiedene Facetten Schauspielers, Rennfahrers und Frauenhelden beleuchtet werden. Speziell in der Popmusik bleibt er bis heute lebendig. Noch 2002 widmete Sheryl Crow auf dem Album »C’mon, C’mon« einen Track McQueen: »Like Steve McQueen, all I need’s a fast machine.«

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