Perfekt auf seine Art - Octane Magazin

Perfekt auf seine Art

2015-09-15 10:20
(Kommentare: 0)

Die ganze Kaufberatung finden Sie in OCTANE Ausgabe 10

Zum Heft Heft bestellen Abo

Text Matthew Hayward // Fotos Magic Car Pics


Erdacht als Militärfahrzeug, wurde der Mini Moke zum Spaßmobil der Strandpromenaden. Sie spielen mit dem Gedanken, sich solch ein begehrtes Gefährt anzuschaffen? Voilá, es folgt eine Kaufberatung. 

Auf seine Art ist der Mini Moke perfekt. Eine Spritztour an der Küste der Costa del Sol, der Wind zerzaust einem das Haar - viel besser kann das Leben mit einem Zweitwohnsitz kaum sein. Heute wie damals, in den 1960ern. Der englische Kübelwagen-mit-Charme kommt an jedem Strand an. Entstanden ist er zufällig. Mini-Erfinder Alec Issigonis dachte sich, so ein minikleiner Land-Rover könne den Truppen in Übersee dienen. Doch der Moke wurde den Anforderungen der Armee oder ihrer Generäle nicht gerecht. Zwar ließ sich das Ding leicht verschiffen, auch mit Fallschirmen abwerfen – doch mit der geringen Bodenfreiheit, wenig Motorleistung und ohne Allrad fand es unter den uniformierten Machthabern keine Freunde. Daher wurde es zu einem Leben als Fun-Fahrzeug der Zivilbevölkerung verurteilt.


Gebaut wurde der Moke mehr als vier Jahrzehnte lang, fast 50.000 Mal in diversen Produktionsstätten weltweit. Der Markt gibt also einiges her. Die in Australien gebauten Exemplare genießen die größte Wertschätzung. Grau importe sind ab € 3500 zu haben; allerdings kostet ein Exemplar, das ohne Generalüberholung auskommt, mindestens 6000. Spätere Importe aus Portugal werden eher nachgefragt, denn sie wurden seit 1986 mit verbesserten Spezifikationen gebaut. Hier geht’s bei etwa € 7000 los, aber ein gut erhaltenes Stück dürfte mehr als € 12.000 wert sein. Die frühen englischen Exemplare – die britische Produktion lief 1968 aus – sind am teuersten. Selbst für die reparaturbedürftigen werden bei eBay stolze Preise aufgerufen. Für einen fahrbereiten Moke muss man etwa € 9500 berappen, für ein sauber restauriertes Stück rund €15.000.

Es ist von Vorteil, die unterschiedlichen Baureihen dieses Modells zu kennen, bevor man die Brieftasche zückt. Die frühen Wagen sind im Vergleich zu den australischen und portugiesischen Modellen spartanisch ausgerüstet. Und der Motor wurde über die Jahre hinweg mehrmals vergrößert. Obwohl die frühen Modelle generell bessere Preise erzielen, sollte man bedenken, die englischen Modelle verfügen über keine Überrollbügel – doch die sind nötig, wenn man Sicherheitsgurte montieren möchte. Erst die nach 1986 gebauten portugiesischen Exemplare hatten einen kompletten Überrollkäfig und Automatik-Gurte. Trotz vieler im Lauf der Jahre veränderten Details ist die Grundstruktur dieselbe geblieben. An oberster Stelle der Inspektionsliste sollte die Blechkontrolle stehen. Die englischen Mokes hatten nicht den geringsten Rostschutz. Die anfälligste Stelle findet sich dort, wo der Fahrwerksrahmen an die Heckverkleidung stößt. Seiten- und Bodenbleche sind ebenfalls rostanfällig. Motor, Getriebe und Fahrwerk stammen 1:1 aus der Mini-Produktion. Darum muss man sich also ganz zuletzt Sorgen machen.

Die oft etwas rauchigen Auspuffgase sind auf die Ventilbestückung zurückzuführen, aber während der Moke ein vergleichsweise seltener Vogel ist, gilt dies nicht für seinen Motor. Spezialisten finden sich überall, Ersatzteile gibt es reichlich – und günstig. Das wimmernde Getriebe ist auch aus dem Mini. Auch der Austausch von Motoren ist durchaus üblich. Hier empfiehlt sich am ehesten das Aufrüsten mit der 1,3-Liter-Maschine der A-Serie. Am wenigsten Ärger hat man mit dem gummiüberzogenen Federwerk der Aufhängung. Falls doch, dann ist auch hier dank der Verwandtschaft zum Mini Ersatz kein Problem. Seit Ende 2013 sind wieder neu gebaute Mini Mokes erhältlich – allerdings ohne Zutun von Mini oder BMW. Eine australische Firma namens Mini Moke International hat sich mit dem chinesischen Autobauer Chery Motors zusammengetan, um recht originalgetreue Replicas zu vermarkten. Der Motor kommt aus dem kleinen Chery QQ und entwickelt 50 PS. Der neue Mini Moke verfügt weder über ABS noch über Airbags. Mehr für weniger Geld kriegt man bei den non-britischen Versionen. Die sind unter Kennern begehrt, und mit etwas Glück kann man sogar eine nachhaltige Investition landen.

CLUBS & SPEZIALISTEN 
RUNAMOKE www.runamoke.co.uk
MINI MOKE CLUB www.mokeclub.org


 

MINI MOKE

BAUJAHR 1988 MOTOR 998 ccm Vierzylinder der A-Serie, ein SU Vergaser MOTORLEISTUNG 39 PS bei 4750 U/min DREHMOMENT 68 Nm bei 2500 U/min KRAFTÜBERTRAGUNG Viergang-Schaltgetriebe, Vorderradantrieb LENKUNG Zahnstangenlenkung FAHRWERK Vorne und hinten Gummifederelemente, Teleskopdämpfer BREMSEN Vorne Scheiben, hinten Trommeln LEERGEWICHT 630 kg HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT 130 km/h. 0 auf 100 km/h in 27,9 sek.


Die ganze Kaufberatung finden Sie in OCTANE Ausgabe 10

Zum Heft Heft bestellen Abo

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Folgen Sie uns auf: